Picasso und die Frauen

Vom 24.06.2017 bis 12.11.2017

Anlässlich des Jubiläums ihrer 25. Ausstellung widmet sich die kunsthalle messmer dem Leben und Werk eines der bedeutendsten Künstler der Moderne: Pablo Picasso.

1881 im spanischen Málaga geboren, entwickelte sich Picasso bis zu seinem Tod im Jahre 1973 zum produktivsten und reichsten Künstler seiner Zeit. Sein ausdrucksstarkes und vielfältiges Werk umfasst über 50.000 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Collagen, Plastiken und Keramiken. Mit Georges Braque gilt er als der Begründer des Kubismus.

Die Ausstellung beleuchtet insbesondere die Darstellungen der Frauen im Leben des großen Malers, die als Musen und unerschöpfliche Quellen der Inspiration sein Leben und Wirken gleichermaßen beeinflusst und bereichert haben.

Einige der Frauen in Picassos Leben waren selbst künstlerisch tätig und von beachtlichem Talent. Sie profitierten von der Nähe zu diesem künstlerischen Genie, standen allerdings stets auch in seinem Schatten, aus dem sie sich nur schwer oder gar nicht lösen konnten. So zeigen viele Werke seiner Lebensgefährtinnen den mehr oder weniger deutlichen Einfluss Picassos.

Die erste Frau an der Seite des Malers war „La belle Fernande“. Fernand Olivier zog Ende des Sommers 1905 zu Picasso. Die ersten gemeinsamen Jahre verbrachte das junge Paar in bitterer Armut im Bateau-Lavoir. Sie standen lange exemplarisch für den verarmten Lebensstil der Pariser Künstler-Bohéme, bis sich die Lebensumstände langsam verbesserten. Das Paar blieb bis zum Frühjahr 1912 zusammen. Olivier stand unter anderem Modell für alle Frauen des berühmten Gemäldes „Demoiselles d`Avignon“, das heute als Meilenstein in der Entwicklung des Kubismus und als Schlüsselwerk der Klassischen Moderne überhaupt gewertet wird.

Fernande war es auch, die Picasso mit seiner nächsten Muse bekannt machte. Eva Gouel, „la petite Bourgeoise“ oder „Ma Jolie“, wie Picasso sie nannte, wurde irgendwann im Herbst 1911 die Geliebte des Malers. Gemeinsam verbrachten sie die Jahre bis zu ihrem frühen Tod. Eva Gouel war wohl die erste große Liebe im Leben des Künstlers. Noch 55 Jahre später sprach Picasso voller Rührung von ihr und beschrieb sie als die Frau, die sein Leben grundlegend verändert habe. Eva Gouel starb 1915 an Tuberkolose.

Zehn Jahre, von 1917 bis 1927, hielt die Beziehung mit der Russischen Ballett-Tänzerin Olga Khoklova. Erstmals begegnete sie dem Maler in Rom, wo Picasso auf Vermittlung Jean Cocteaus das Bühnenbild für eine Aufführung des Ballets Russes kreierte, dessen Mitglied Olga war. Sie gab ihre Tanzkarriere für den Künstler auf. 1918 heiratete das Paar, 1921 wurde der gemeinsame Sohn Paulo geboren, den Picasso häufig in seinen Werken darstellte.

Auf die damals erst 17jährige Marie-Thérèse Walter traf Picasso 1927. Bereits während seiner Ehe mit Olga Khoklova war sie seine Geliebte. Die Geburt der gemeinsamen Tochter Maya 1935 führte zur endgültigen Trennung von seiner Ehefrau, scheiden ließen sie sich bis zum Tod von Olga im Jahr 1955 nie. Auch das klassische Profil Marie-Thérèse Walters taucht immer wieder in seinen Gemälden auf. Walter erhängte sich 1977, vier Jahre nach Picassos Tod.

Die Malerin und Fotografin Dora Maar lernte Picasso in Paris kennen. Sie wurde in den Jahren von 1936 bis 1945 zur bekanntesten Muse des Malers. Selbst außerordentlich erfolgreich künstlerisch tätig, war sie eine der wenigen Frauen, die sich der starken Persönlichkeit Picassos nicht unterordneten.

Die blutjunge Malerin Françoise Gilot wurde bis 1953 neun Jahre lang die Gefährtin an Picassos Seite. Während der stürmischen Beziehung schenkte sie ihm zwei Kinder, Claude und Paloma. Anfangs fasziniert von der Welt, die Picasso ihr eröffnete, blieb sie die einzige Frau, die ihn jemals öffentlich verlassen hat.

Jacqueline Roque begleitete Picasso die letzten 20 Jahre seines Lebens bis zu seinem Tod 1973. Sie wurde zur zweiten Ehefrau des Künstlers. 1986, nach der Eröffnung einer von ihr mit arrangierten Picasso-Ausstellung, nahm sich Jacqueline Roche durch Erschießen das Leben.

Wie ein roter Faden ziehen sich die Darstellungen der Ehefrauen und Geliebten im Leben des Malers durch sein künstlerisches Werk hindurch. Die stilistische Entwicklung seiner Malerei sowie die sich wandelnde Beziehung zu seinen Frauen spiegelt die Ausstellung in der kunsthalle messmer eindrücklich wieder. Sie umfasst mehr als 100 Arbeiten Picassos aus bedeutenden Privatsammlungen und vermittelt in einzigartiger Weise, über das künstlerische Schaffen des Malers hinaus, nie dagewesene Einblicke in die Werke der Frauen um Picasso. Neben eigenhändigen Gemälden von François Gilot werden auch Zeichnungen von Dora Maar sowie Arbeiten von Sylvette David gezeigt, die dem Maler ebenfalls zahlreiche Male Modell stand und heute selbst eine bekannte Künstlerin ist.

Ergänzt wird diese außergewöhnliche Ausstellung durch eine nie dagewesene Werkschau mit originalen Arbeiten von Sylvette David. Die Galerie M zeigt vom 14.06. bis 12.07.2017 über 20 Werke aus dem Privatbesitz der Künstlerin, darunter auch seltene, noch nie öffentlich gezeigte Objekte.

 

 

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