Landesausstellung „schul.kunst_zeich(n)en“ Baden-Württemberg

Vom 02.12.2016 bis 22.01.2017

Zentrum für Bildende Kunst und Intermediales Gestalten ZKIS beim Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik in Kooperation mit der kunsthalle messmer (www.lis-zkis.de).

Tanz_Zeichnen Abb. 1. Copyright by ZKIS, Thomas Putze.

Zeichnen ist die früheste Art zu kommunizieren. Noch bevor sich ein Kind sprachlich mitteilen kann, kann es sich mittels »Zeichnen« und »Zeichen« ausdrücken. „Zeichnen“ ist eine ureigene Herangehensweise, die Welt darzustellen und zu erklären. Zeichnen ist auch Ausdruck kreativer Vielfalt und ein formales Mittel, um Inhalte zu transportieren.

Über »Zeichnen« und »Zeichnung« ist Verständigung moeglich, wo Sprache und verbaler Austausch nicht, noch nicht oder nicht mehr möglich ist. Deshalb ist aus gutem Grund »Zeichnen« Bestandteil des Bildungsauftrags der Schule, in der die »Kunst des Zeichnens« den Schülerinnen und Schülern im Kunstunterricht vermittelt wird.

In den wunderbaren Räumen der kunsthalle messmer wurden ausgewählte Schülerarbeiten aller Schularten aus allen regionalen Schulkunst-Ausstellungen der 21 staatlichen Schulämter gezeigt. Die kreative Vielfalt der hier ausgestellten Exponate war sehr sehenswert.

Außerdem wurde mit „Hello World“ eine Weltneuheit präsentiert, bei der mittels eines Smartphones im virtuellen Raum gezeichnet sowie eine dreidimensionale Skulptur erstellt werden kann.

 

Joan Miró. Der leidenschaftliche Malerpoet

Im Sommer 2016 widmete sich die kunsthalle messmer dem bekannten spanischen Künstler Joan Miró!

Der Titel der Ausstellung nahm dabei Bezug auf Mirós Verhältnis zur Poesie. Diese Beziehung zieht sich durch das gesamte Schaffen des Künstlers und fand auf mehreren Ebenen statt. In der Ausstellung sollte dieser Aspekt seiner Kunst deutlich werden: In 12 Räume unterteilt, wurden wichtige Werke seines Oeuvres gezeigt, angefangen mit dem einzigartigen, verträumten Surrealismus der 1930er Jahre, bis hin zu seinem düsteren Spätwerk. Die Schau vermittelte einen Eindruck ueber das Gesamtwerk Mirós.

Der Künstler selbst war ein leidenschaftlicher Leser. 1700 Bücher schmückten seine umfangreiche Bibliothek. Wichtige Namen wie Dostojewski, Freud, Nietzsche und Goethe waren hier vertreten und von essentieller Bedeutung für die fantastischen Werke des Künstlers.

Poesie steht bei ihm auch für alles über die Sprache hinaus gehende. Mirós Kunst ist auf diese Weise transzendent. Psychische Vorgänge nehmen auf seinen Leinwänden Gestalt an. Bilder und Eindrücke, resultierend aus Träumen und anderen Zuständen des Unterbewusstseins, werden fest gehalten. Vieles, das nicht in Worte gefasst werden kann, stellt er in seinen Bildern dar.  So entwickelt sich eine einzigartige Bildsprache mit zufälligem, geradezu kindlich naivem Charakter, fuer die Miró so berühmt ist.

 

12 Region Grenzenlos

30. April bis 19. Juni 2016

Von Kandern über Freiburg nach Ottersweier, von Rottweil nach Schallstadt – die kunsthalle messmer in Riegel sah in dieser Sonderausstellung in alle Himmelsrichtungen. Der Blick ging in die Region hinein und doch grenzenlos weit über sie hinaus. Denn „12“ vereint Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen Jahrzehnten zu einer eigenständigen und unverwechselbaren Handschrift gefunden haben und mit ihrer Malerei, ihren Installationen und Skulpturen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Das heißt natürlich „Gläser“ von Peter Dreher, eine große Figureninstallation von Jürgen Brodwolf, Holzskulpturen von CW Loth, opulente Malerei und viele, viele Begegnungen mit „alten“ Bekannten.

Thomas Kitzinger, A3-11 bis A7-11-2011, A6-05, 2005, Öl auf Aluminium. Copyright by Thomas Kitzinger und courtesy Galerie Albert Baumgarten, Freiburg
Thomas Kitzinger, A3-11 bis A7-11-2011, A6-05, 2005, Öl auf Aluminium. Copyright by Thomas Kitzinger und courtesy Galerie Albert Baumgarten, Freiburg

Teilnehmende Künstler waren:

Werner Berges
Gerhard Birkhofer
Jürgen Brodwolf
Peter Dreher
Manfred Emmenegger-Kanzler
Elisabeth Endres
Angela M. Flaig
Thomas Kitzinger
CW Loth
Celso Martínez Naves
Wolfram Scheffel
Heinz Treiber

4. Internationaler André Evard-Preis

13. Februar – 24. April 2016

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Bereits zum vierten Mal schrieb die kunsthalle messmer den André Evard-Kunstpreis aus, der dem Schweizer Künstler André Evard (1876 – 1972) gewidmet ist. Bereits 1913 beschäftigte er sich in seiner Malerei mit geometrischen Abstraktionen. Er ist damit einer der ersten nicht figurativ arbeitenden Künstler und zählt zu den Vorreitern der Schweizer konstruktiv-geometrischen Malerei.

Bis zum 31. Juli 2015 konnten sich KünstlerInnen aus aller Welt für den Internationalen Evard-Preis bewerben und mehr als 750 KünstlerInnen aus 47 verschiedenen Ländern haben ihre Arbeiten eingereicht.

In der Vorauswahl wurden nun 108 verschiedene Künstlerpositionen ausgewählt, die ab dem 13. Februar 2016 in einer spannenden Gesamtschau in der kunsthalle messmer ausgestellt wurden. Die nominierten KünstlerInnen finden Sie hier.DSC_0434(2)

Eine renommierte Fachjury entschied im Zuge der Ausstellung über den Sieger des Internationalen Evard-Preises.

Betty Rieckmann gewann den Preis. Das Publikum rechnete Bodo Sperling die meisten Chancen aus, sodass er den Publikumspreis gewann.

10 Jahre messmer foundation – Die Highlights der Sammlung

ANTES | BRAQUE | EVARD | FONTANA | KLEE | MAGNELLI | UECKER| VASARELY

4. Oktober 2015 – 07. Februar 2016

Zum 10-jährigen Bestehen der messmer foundation öffnet die Stiftung ihre Depots und präsentiert in der kunsthalle messmer eine einzigartige Zusammenstellung ihrer bedeutendsten Werke. Die Ausstellung vereint so namhafte Künstler wie Georges Braque, Carlos Cruz-Diez, André Evard, Lucio Fontana, Paul Klee, Alberto Magnelli, Günther Uecker und Victor Vasarely. Anhand dieser wichtigen Vertreter der abstrakten Kunst gewährt die Ausstellung einen spannenden Einblick in die historischen Zusammenhänge zwischen klassischer Moderne, Op Art, Kinetischer und Konkret-Konstruktiver Kunst.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung widmet sich der Kunst des wegweisenden Schweizer Avantgardisten André Evard, von dessen Nachlass der Stifter Jürgen A. Messmer 1978 einen Großteil erworben hat und der heute von der messmer foundation verwaltet wird. Evard hat in seinem langen Leben ein äußerst facettenreiches und höchst individuelles Werk geschaffen, weshalb er zu Recht als Wegbereiter der Schweizer Moderne bezeichnet wird. In der Gegenüberstellung seiner frühen Emaille-Arbeiten und seinen bedeutenden Serien, wie „Les roses, „Le couvert“, „Symphonia“, „Compisition abstraite“ und „Kabuki“, wird Evards einzigartige künstlerische Entwicklung vom Jugendstil bis zu seinen konstruktiv-geometrischen Arbeiten anschaulich dargelegt.

Während die kubistischen und konstruktiven Arbeiten André Evards, als auch die von Georges Braque, in der ersten Jahrhunderthälfte das Tor zur Abstraktion öffnen, erweitern Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg das non-figurative Repertoire und dringen dabei in ganz neue Bereiche vor: So beschäftigt sich die Op Art mit dem Phänomen der Wahrnehmung, die Kinetische Kunst bezieht gezielt die Bewegung in ihre Arbeiten ein und die konkret-konstruktiven Richtungen suchen auf Basis mathematisch-geometrischer Prinzipien einen puristischen Weg, das Geistige zu verkörpern. Das breite Spektrum reicht von den pulsierenden geometrischen Kompositionen Victor Vasarelys und Bridget Rileys, über die vibrierenden Streifenbilder von Carlos Cruz-Diez bis hin zu den perforierten Arbeiten Lucio Fontanas und den klaren und harmonischen Konstruktionen Anton Stankowskis und Klaus J. Schoens.

Die Sammlung, die heute mehr als 1.000 Kunstwerke von über 150 bedeutenden Künstlern umfasst, gewährt mit ihren ausgestellten Exponaten einen faszinierenden Querschnitt durch „10 Jahre messmer foundation“. Mit Spitzenwerken von einigen der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts bietet diese hochkarätige Ausstellung einen facettenreichen Blick auf die verschiedenen Entwicklungstendenzen der abstrakten Kunst.

Sonderschau ART Karlsruhe 2016

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Am Sonntag, den 21. Februar schloss die 13. ART Karlsruhe ihre Tore. Die messmer foundation war auf der Messe mit einem 200 qm großen Stand vertreten. Sie folgte einer Einladung der Messeleitung den Schweizer Künstler André Evard auf einer Sonderschau zu präsentieren. Sein Œuvre war für viele Besucher eine Überraschung, obwohl der Künstler zu Recht als erster Schweizer Konstruktivist und Wegbereiter der Schweizer Moderne gelten kann.

Die positiven Presseberichte führten dazu, dass der Messestand die ganzen Tage hindurch gut besucht wurde. Schätzungsweise 20.000 Gäste besichtigten den Stand. Die meisten von Ihnen bekamen persönlich Informationsflyer gereicht, sodass ca. 4.000 Flyer verteilt und rund 100 Kataloge verkauft werden konnten. Auch war diese Sonderschau ein wichtiger Teil der auf der Art Karlsruhe stattfindenden Kunstführungen, durch die täglich ca. 250 Teilnehmer den Stand besuchten.

Besondere Resonanz gab es für Evards Rosenserie. Diese stammt aus dem Jahr 1923/24 und zeigt in 6 Teilschritten wie ein Rosenstillleben von einer figurativen Darstellung zu einer vollkommenen Abstraktion wird.

Das messmer Team kann nur positiv über die vergangenen Tage berichten. So lieferte die Messe zahlreiche hochinteressante Kontakte zu Museen und weiteren potentiellen Ausstellern. Ein aufregendes und projektreiches Jahr liegt vor uns. Ein ausgezeichnetes Ergebnis für die Kunsthalle – und vor allem für André Evard!

kunsthalle messmer Team

Andy Warhol

King of Pop Art 

02. Mai – 13. September 2015

AUFGRUND DER POSITIVEN RESONANZ  BIS ZUM 27. SEPTEMBER VERLÄNGERT !

Mit Andy Warhol präsentiert die kunsthalle messmer den bedeutendsten Vertreter der amerikanischen Pop Art und eine der schillerndsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Wie kaum ein anderer Künstler revolutionierte Warhol die moderne Bildsprache und veränderte nachhaltig unsere Kunstvorstellungen. Schon längst gehören seine Serien von glamourösen Stars aus Film und Politik, von Suppendosen und Dollarnoten zu den Ikonen der Kunstgeschichte. Die Serie als künstlerisches Ausdrucksmittel wurde Warhols Markenzeichen und die Serigrafie sein populärstes künstlerisches Medium. Die Ausstellung beleuchtet die wichtigsten Stationen seines künstlerischen Werdegangs. Beginnend mit einer Auswahl früher Zeichnungen aus den 50er Jahren dokumentiert sie die bahnbrechende Entwicklung Warhols von den Anfängen als Werbegrafiker bis hin zum King of Pop Art.

Als Kind slowakischer Einwanderer im Armenviertel von Pittsburgh aufgewachsen, verkörpert Warhols Karriere vom armen, kranken Kind zum erfolgreichen Werbegrafiker in New York und Star der internationalen Kunstszene den „American Dream“. Um diesen Traum zu erreichen zog er alle Register, verkehrte ebenso in den Kreisen des Undergrounds wie in denen der hippen New Yorker Party-Szene. Immer wieder verstand er es, sein Publikum mit seinen Bildmotiven und seinem Lebensstil zu provozieren und zu schockieren. Schon als Student des Carnegie Institute of Technologie in Pittsburgh untergrub er den Kult um die persönliche Handschrift des Künstlers, indem er seine Zeichnungen kopierte und von Freunden kolorieren ließ. Ein Prinzip, welches er in seiner legendären Factory in Manhattan fortsetzte. Schon der Name war Programm: So betrachtete Andy Warhol nicht mehr das Künstleratelier sondern die Fabrik als Produktionsstätte seiner Kunst. Hier entstanden seine berühmten Serigrafien von Marilyn Monroe und den Campbell’s Soups.

Immer wieder vermischen sich in Warhols Werk und in der Vermarktung seiner Person Kunst und Kommerz. Was in den 1960er Jahren in der Factory begann, fand in den 1970er Jahren einen weiteren Höhepunkt, als Warhol jeden für 25.000 Dollar porträtierte, der bereit war, das Geld zu zahlen. Das serielle Prinzip zieht sich durch sein gesamtes künstlerisches Schaffen und ist Ausdruck seiner ihn beherrschenden Denkform. Es steht für industrielle Massenproduktion, aber gleichzeitig auch für eine Demokratisierung gesellschaftlicher Gewohnheiten. Denn jeder in Amerika trinkt eine Coca Cola oder isst eine Campbell-Suppe, vom Präsidenten bis hin zum einfachen Arbeiter.

Als besonderes Highlight wird die komplette zehnteilige Marilyn-Serie, die Andy Warhol bereits wenige Tage nach dem tragischen Tod der Monroe begann, präsentiert. Der Pop Art Künstler schuf somit nicht nur eine seiner berühmtesten Serien, sondern verewigte den Hollywoodstar Marilyn Monroe als die Ikone der modernen Kunst und Popkultur. Weitere Spitzenwerke wie das großformatige Porträt Goethes, die Campbell’s Soups, die Maos, Flowers und „Flash“, Warhols Dokumentation des Kennedy-Attentats, machen diese hochkarätige Ausstellung zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Klaus J. Schoen

„Harmonie der Stille“ – Eine Retrospektive

02. – 26. April 2015

Klaus J. Schoen zählt zu den wichtigen Vertretern der abstrakten Kunst in Deutschland. Über die Entwicklung einer eigenen Formensprache ist er zu ganz ähnlichen Ergebnissen gekommen wie die amerikanischen Künstler der Hard Edge Bewegung Kenneth Noland, Frank Stella und Elsworth Kelly. In einer großen Retrospektive gibt die kunsthalle messmer nun erstmals in Deutschland einen umfassenden Einblick in die über 40-jährige Schaffenszeit des Künstlers. Anhand seiner verschiedenen Werkgruppen beleuchtet die Ausstellung Schoens experimentellen Umgang mit den Grundelementen seiner Malerei und veranschaulicht auf diese Weise die konsequente Erweiterung seiner Formensprache.

Seit vielen Jahren befasst sich Klaus J. Schoen mit den Möglichkeiten und Problemen geometrischer Abstraktion. Dennoch geht Schoen in seinen Arbeiten über die rational festgelegte oder mathematisch berechnete Systematik der konkret- konstruktiven Kunst hinaus. Jedes seiner Bilder fordert ein autonomes Eigenleben und eine visuelle Präsenz, die neben allen formal-ästhetischen Bestimmungen eine sinnliche Dimension für sich behaupten. Dabei vertritt Schoen eine Position europäischer Abstraktion und Konkretion, wie sie auch von Piet Mondrian und Richard Paul Lohse formuliert wurden.

In der Malerei Klaus J. Schoens besitzt die Harmonie eine große Bedeutung: Sie erscheint in seinem Werk als Resultat eines konsequenten Reduktionsprozesses, in dem die Spannung zwischen den einzelnen Bildkomponenten –Farbe, formale Gestaltung und Komposition– präzise und komplex miteinander verbunden, gelöst wird. Jedoch gehört auch das Durchbrechen formaler Prinzipien zur künstlerischen Methodik Klaus J. Schoens. Dabei gliedert er die Leinwand durch unterschiedlich breite Streifen oder Flächen, ordnet sie zu Intervallen und Rhythmen, die mal horizontal, mal vertikal, mal diagonal und sich kreuzend ausgerichtet sind. Jede Farbe steht gleichberechtigt neben der anderen. Auch erweitert er in einigen Werkreihen den gestalterischen Spielraum des in der Regel rechteckigen Bildträgers durch unregelmäßige Formate. Im Zusammenwirken von Linie, Farbe und Fläche erprobt der Künstler immer wieder aufs Neue die visuellen Möglichkeiten dieses optischen Materials mit dem Ziel, Bildstrukturen zu schaffen, die eine emotionale Ebene beinhalten. Damit hat Klaus J. Schoen eine Form der gegenstandslosen Kunst erreicht, die sich gegen die allzu dogmatischen Formalismen konstruktiver Gestaltung wendet. Zwischen kreativer Eigenmächtigkeit und formaler Festlegung werden eigene Entscheidungen sichtbar und erlebbar. So formuliert er in seiner Kunst Erkenntnisse, die in den Berührungspunkten zwischen konstruktiven und transzendenten Erfahrungen einen besonderen ästhetischen Wert schaffen – einen Wert, den Schoen selbst als die „Sinnhaftigkeit“ eines Bildes definiert.

Arif Aziz

Kunst aus Aserbaidschan

07. bis 29. März 2015

Arif Aziz gehört zu den bedeutendsten aserbaidschanischen Malern seiner Generation. Mit der künstlerischen Fülle und Vielseitigkeit seines Schaffens hat er die Entwicklung der aserbaidschanischen Kunst entscheidend geprägt. In seinem umfangreichen und facettenreichen Werk verbindet sich in einzigartiger Weise das nationale künstlerische Erbe islamischer Bildtradition mit Stilelementen westlicher Gegenwartskunst. Damit bezeugt seine Kunst eindrucksvoll den fruchtbaren kulturellen Austausch zwischen Orient und Okzident.

Arif Aziz, der 1943 in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku geboren wurde, absolvierte dort von 1957 bis 1962 die staatliche Kunsthochschule. Im Anschluss studierte er von 1966 bis 1971 Grafik-Design an der Stroganov Universität in Moskau. 1973 wurde ihm der Zweite Preis der Youth Union of Azerbaijan in Baku und der Erste Preis des internationalen Grafik Wettbewerbs in Vilnius, Litauen, verliehen, 1978 erhielt er den Ersten Preis der Internationalen Ausstellung Moskau. Während seiner künstlerischen Tätigkeit erarbeitete sich Arif Aziz eine hohe Reputation: So hat er lange Zeit als Professor an der Staatlichen Universität für Kunst und Kultur in Baku gelehrt und war dort 1991 Prorektor im Bereich Malerei und Angewandte Kunst. 1992 ernennt ihn die aserbaidschanische Regierung zum Nationalkünstler. Große Inspiration fand der Künstler auf seinen vielen Studienreisen, die ihn nicht nur nach Afrika geführt haben, sondern auch nach Moskau und Paris, in die Türkei, nach Indien und in viele andere Länder der Welt. Die Kultur und die Natur Senegals sowie das berühmte Pariser Varieté „Moulin Rouge“ scheinen dabei bei Arif Aziz einen besonderen Eindruck hinterlassen zu haben. So tauchen diese Orte immer wieder in seinen Bildern auf. Seine Werke wurden über Jahrzehnte hinweg weltweit ausgestellt, unter anderem 1984 in der Botschaft Senegals in Moskau, sowie 1996 in der Beyogly Munchipal Art Gallery in Istanbul. 1985 war er unter anderem in der Caucasion Biennale in Dagestan und 2002 in der Asian Art Biennale in Dhaka, Bangladesch vertreten. Viele seiner Werke befinden sich heute in bedeutenden Museen und Sammlungen, so im Aserbaijan State Museum of Art in Baku, dem Moscow North Art Museum, dem Senegal State Art Museum und im Tebriz Shaxriya State Museum in Baku.

China im Spiegel der Zeit

Kunst aus 5 Jahrtausenden

20. September 2014 bis 01. März 2015

„Einmalig, vielseitig, feinsinnig… Die chinesischen Künstler zeigen, was man von außen nicht vermuten kann. Großartige Ausstellung!“

Die Konfrontation von traditioneller und moderner Kunst macht den besonderen Reiz dieser Ausstellung aus. Werden Sie Teil dieser anregenden Begegnung von Vergangenheit und Gegenwart, fernöstlicher und westlicher Tradition!

Die Ausstellung zeigt hervorragende Exponate aus Ton und Porzellan aus den wichtigsten kaiserlichen Dynastien: Han (206 v. Chr. – 220 n. Chr.), Tang (618-907), Song (960-1279), Ming (1368-1644) und Qing (1644-1911). Ein besonderes Stück stellt neben dem kunstvoll gefertigten Ming- Porzellan und den „Famille-Rose-Vasen“ beispielsweise ein Neolithisches Gefäß mit menschlichem Kopf aus der Majiao-Yao-Kultur (4500-2300 v. Chr.) dar.
Ihnen gegenübergestellt, und durch das Material Porzellan verbunden, werden Skulpturen und Malereien zeitgenössischer chinesischer Künstler. Ai Weiwei (geb. 1957 in Peking) beispielsweise, einer der bekanntesten chinesischen Gegenwartskünstler und Regimekritiker, ist mit seiner Keramik „Rock“ vertreten. Er stilisiert in glasiertem weißem Porzellan Taihu-Steine, die traditionell chinesische Gärten zieren und hoch verehrt werden. Wolkenornamente in dunklem Kobalt- Blau deuten die Spiegelung des Himmels an. Noch im Sommer 2014 lockte der Künstler in Berlin im Martin-Gropius-Bau ebenfalls mit einem politischen Werk tausende von Besuchern an.

Die Ausstellung CHINA IM SPIEGEL DER ZEIT zeigt Einblicke in die facettenreiche Kunst und Kultur Chinas, vereint Gegensätzliches und macht aufmerksam auf Bezüge innerhalb der großen zeitlichen Spanne von 5 Jahrtausenden.

Die Vase mit Figuren und Wolken aus Porzellan wurde von Kaiser Qianlong (1736- 1795) in Auftrag gegeben. Die faszinierende „Durchbrucharbeit“ zeigt auf ihrer reliefartigen Oberfläche den Kampf um die drei Kaiserreiche zur Zeit des Untergangs der Han- Dynastie (200).

Xuan Wang (*1979, Guangxi) kreiert in seinen mixed media Gemälden surreal anmutende Räume auf höchstem Niveau. Er vereint darin Motive aus der chinesischen und europäischen Kunstgeschichte und Fragmente von Stillleben, Portraits und Genreszenen zu vielschichtigen, bühnenartigen Bildwelten. Wang studierte in Nanning/ China und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Prof. Erwin Gross (Meisterschüler). 2012 war er Stipendiat der Graduiertenförderung des Landes Baden- Württemberg, 2014 Stipendiat der Kunststiftung Baden- Württemberg.