10 Jahre kunsthalle messmer:

10 Jahre kunsthalle messmer:
Ein Leben für die Kunst 

20. Juni 2019 – 15. September 2019

Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der kunsthalle messmer wird in einer Retrospektive das Herzstück der Sammlung Messmer –  der Nachlass des Künstlers André Evard in einer noch nie dagewesenen Weise präsentiert. In der Ausstellung werden ausgewählte Werk aus den verschiedenen Schaffensperioden des Schweizers vorgestellt.

André Evard, Kirschbaum, 1911  © messmer foundation

Neben sensiblen Jugendstilbildern und farbintensiven Landschaftsdarstellungen, welche Evards Auseinandersetzung mit den Einflüssen der Kunstszene seiner Zeit illustrieren, werden symbolistische Stillleben gezeigt, welche durch ihre Hinwendung zur Geometrisierung des Raumes seine Vorreiterstellung in der abstrakten Malerei beweisen. Nicht zuletzt sind auch seine konkret-konstruktiven Werke zu sehen.

Ein kurzer Rückblick

In den letzten 10 Jahren wurden 30 Ausstellungen gezeigt, darunter Marc Chagal, Christo, Joan Miró, Pablo Picasso und Andy Warhol, um nur einige zu nennen. Rund 500.000 Besucher sahen im historischen Gebäude am Fuße des Kaiserstuhls internationale Kunst. Auch die Kunstförderung hat ihren festen Platz im Ausstellungsrepertoire. Durch den internationalen andré-evard-preis, der mit 10.000 € dotiert ist, stellte die kunsthalle messmer bisher über 2.500 Künstler und Künstlerinnen aus aller Welt einer breiten Öffentlichkeit vor.

Die gemeinnützigen messmer foundation, die Trägerin der kunsthalle messmer, beherbergt den künstlerischen Nachlass André Evards. Das Oeuvre des Schweizer Avantgardisten bildet das Zentrum der Stiftungssammlung, die vor 40 Jahren als Privatsammlung des Unternehmers Jürgen Messmer entstand. Die Sammlung umfasst mehr als 1.100 Kunstwerke, die von der klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst reichen.

 

 

André Evard war ein universeller Geist.
Er hat in nahezu 70 Jahren die Kunst der Avantgarde mit seinen eigenen Ideen bereichert. Ohne sich auf einen Stil festlegen zu lassen, hat er die Malerei bis an ihre Grenzen geführt.

 

 

André Evard (1876 – 1965)

Der 1876 im Berner Jura geborene André Evard zeichnet sich Zeit seines Lebens damit aus, dass er seinen Künstlergenossen ein kleines Stück voraus war. Bereits 1908 beschäftigt er sich mit experimentellen Techniken, wie der Collage, die erst Jahre später Einzug in die Kunstlandschaft finden sollte. Gelernt hat er zusammen mit künstlerischen Größen, wie Le Corbusier. In den 1920er Jahren orientiert sich Evard nach Paris, einer künstlerischen Hochburg jener Zeit und pflegt Verbindungen zu der europäischen Avantgarde. Während die meisten dem Expressionismus zugeneigt sind, entwirft Evard ornamental anmutende, farblich ausbalancierte konkret-konstruktive Arbeiten. Jedoch nicht nur der Konstruktivismus und Suprematismus, auch die niederländische De Stijl-Bewegung und das Bauhaus fließen in seine Kunst ein. Er hält Kontakt mit Georges Braque, Robert Delaunay und Théo van Doesburg. 1936 stellt er zusammen mit Max Bill, Richard Paul Lohse und Leo Leuppi in der Zürcher Ausstellung Zeitprobleme der Schweizer Malerei und Plastik aus. Ein Jahr später tritt Evard als zehntes Mitglied in die von Richard Paul Lohse und Leo Leuppi gegründete Künstlergruppe Allianz ein. Zu diesem Kreis gehören neben Max Bill, Alberto Giacometti, Paul Klee und Hans Arp auch Le Corbusier. Evard verstirbt 1972 mit 96 Jahren in Le Locle, unweit seines Geburtsortes.

 

 

Februar 2019
Änderungen vorbehalten.

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Preview 2019:

Marilyn Monroe 

21. September 2019 – 8. März 2020

 

 

100 jahre bauhaus

max bill, jakob bill, david bill:
drei generationen im vergleich

23. februar 2019 – 14. juni 2019

Mit Max, Jakob und David Bill kommen drei Generationen einer Künstlerfamilie in die kunsthalle messmer. Zu  Ehren des 100-jährigen Jubiläums des Bauhauses sind insgesamt ca. 90 Werke zu sehen, die trotz der selben Kunstrichtung, der sich die drei Künstler verschrieben haben, auf unterschiedliche Weise mit konkreter Kunst auseinandersetzen und jeweils einen individuellen Zugang dazu suchen und aufzeigen.

Plakat zu der Ausstellung (c) messmer foundation

Max Bill (1908 – 1994) stellt als einer der wichtigsten Vertreter der konkret-kontruktiven Kunst wissenschaftliche Paradigmen und mathematische Formeln in einen streng konstruierten, künstlerischen Zusammenhang. Die Lehren der Bauhausschule, an welcher er zwischen 1927 und 1928 studiert hat, sollten dabei seinen weiteren Schaffensweg bis auf weiteres prägen. In seinem Schaffen finden sich Elemente von Architektur, Design sowie bildender- und angewandter Kunst zu einem harmonischen Zusammenspiel vereint. 1951 gründet Max Bill gemeinsam mit Otl Aichinger und Inge Scholl die HfG Ulm, für welche er das Gebäude selber entwarf und als Gründungsrektor tätig war.
Bills Sohn Jakob Bill (*1942) übernimmt den wissenschaftlich-theoretischen Zugang zur Kunst seines Vaters, hat jedoch völlig andere Wege in seinem Œuvre eingeschlagen und konzentriert sich voll und ganz auf die Malerei. Grundlage seiner Arbeiten bildet ein geometrisierter Formenkanon mit ätherisch anmutenden Farbverläufen, welcher kennzeichnend für dessen Schaffen ist.
Der Enkel David Bill (*1976 – 2018) legt seinen Fokus auf die Auseinandersetzung mit Raum und Raumaufteilung. Flächen und Objekte werden in immer neuen Formvariablen zusammengefügt, getrennt und wieder neu zusammengesetzt. Mittelpunkt seiner Überlegungen ist dabei stets der Kubus. Die Farben schwarz und weiß betonen eben jenes Raumspiel und verleihen seinen Werken zusätzliche Dynamik.
Neben dem Universalgenie Max Bill, stellt die kunsthalle messmer seinen Sohn Jakob Bill und Enkel David Bill aus und präsentiert damit eine generationsübergreifende Entwicklung künstlerischen Schaffens.

Bauhaus
Das Bauhaus wird 1919 von Walter Gropius in Weimar eröffnet. Die Gestaltungsschule wird zur einflussreichsten ihrer Zeit. 1925 siedelt das Bauhaus nach Dessau und später nach Berlin, wo es durch die Nationalsozialisten zur Schließung kommt. Das Bauhaus sollte der Ästhetisierung des Alltags dienen und Geichberechtigung zwischen Kunst, Architektur, Design und Handwerk schaffen. Zwar wurde „Bauhaus“ von jeder Generation neu angeeignet, dennoch ist das Wort „Bauhausstil“ zu einem feststehenden Begriff in der Architektur, Malerei und im Design geworden. Typisch für das Bauhaus ist die Verwendung von Grundformen, wie etwa Quadrat, Dreieck, Kreis sowie die Grundfarben Rot, Gelb, Blau, ebenso wie Stahlrohrmöbel und weiße Würfel-Architektur. Funktionalismus ist der Leitgedanke hinter Bauhaus: form follows function. 


David Bill: 4 jahreszeiten, 30 x 3 x 30 cm, Stahlblech und Lackfarbe, 2017. © messmer foundation

Klicken Sie hier um die Eröffnungsrede von Frau Dr. Antje Lechleiter zu lesen. 

Klicken Sie hier um die Eröffnungsrede von Landrat Hanno Hurth zu lesen. 

5. Internationaler André Evard Preis

03.11.2018 bis 17.02.2019

Bereits zum 5. Mal hat die kunsthalle messmer einen der weltweit wichtigsten Kunstpreise im Bereich der konkret-konstruktiven Kunst vergeben. Die 100 ausgewählten Arbeiten gewähren einen tiefen Einblick in das aktuelle und internationale Schaffen der konkret-konstruktiven Szene. Die Ausstellung präsentiert dabei ein Tableau verschiedenster Medien und Formsprachen, welche sich unter der Schirmherrschaft des Konkret-Konstruktiven zusammenfinden. In dieser Ausstellung wird deutlich, wie unterschiedlich, individuell und persönlich sich die Künstler mit derselben Kunstrichtung auseinandergesetzt haben.

André Evard, Le Couvert, 1924

Eine renommierte Fachjury hat den Sieger des hochdotierten Preises ausgewählt. Diese setzt sich zusammen aus der Sammlerin und Museumsgründerin Marli Hoppe-Ritter aus Waldenbuch, Sabine Schaschl, Direktorin und leitende Kuratorin des Museums Haus Konstruktiv in Zürich sowie Ewald Karl Schrade, dem Galeristen und Initiator der Art Karlsruhe. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wurde unter den Künstlern der drei überzeugendsten Werke der Ausstellung aufgeteilt, außerdem wurde ein Publikumspreis vergeben.

Die Gewinner des 5. internationalen andré evard-Preises 2018 lauten:

1. Preis: Rüdiger Seidt (D) mit 5.000 €


Rüdiger Seidt, Circletetra, 2018

2. Preis: Antonio Marra (I) mit 3.000 €


  Antonio Marra, Die Weisheit der Seegurken, 2018

2. Preis: Christiane Grimm (D) mit 2.000 €


Christiane Grimm, Shades of blue, 2018.

Die Plätze 4 – 8 gingen in absteigender Reihenfolge an Werner Dorsch (D), Mariano Ferrante (ARG), Laszlo Otto (HUN), OMI Riesterer (D) und Christian Rudolph (D).

Der Publikumspreis ging an Antonio Marra.
(Der Gewinner der Publikumspreis-Verlosung wird von uns verständigt)

Teilnehmende Künstler*innen 2018:

Gewidmet ist der Kunstpreis André Evard (1876–1972), der als Wegbereiter der Schweizer Moderne gilt und sich zu Lebzeiten nicht nur der figurativen, sondern vor allem der abstrakt-geometrischen Malerei gewidmet hat.

» André Evard hat sich nach vorne, ganz an die Spitze, verirrt, ohne vielleicht darüber bewusst zu sein. Er war den Weg eines Eugenbrötlers gegangen, ohne dass ihm hierbei der Gedanke gekommen wäre, dass er bereits einige Jahre Vorsprung vor seinen Zeitgenossen hatte […] «                                      – DAS WERK, Heft Nr. 4, 1927

Die Bezeichnung konstruktiv, abgeleitet vom Konstruktivismus von Wladimir Tatlins Reliefkonstruktionen und den suprematistischen Werken Kasimir Malewitschs (1914), bezeichnet eine bis dahin abstrakt genannte, ungegenständliche Malerei und Plastik. Linie, Fläche und Farbe werden frei voneinander eingesetzt. Konkret hingegen, bezeichnet die Arbeitsweise eines Künstlers, der sein Werk nach einem vorab festgelegten, z. B. geometrisch-mathematischen Konzept ausführt und somit der spontanen gestalterischen Handlung bewusst Grenzen setzt. Sie ist im eigentlichen Sinne nicht „abstrakt“, da sie nichts in der materiellen Realität Vorhandenes abstrahiert, sondern im Gegenteil Geistiges materialisiert, keine symbolische Bedeutung besitzt und mehr oder weniger rein durch geometrische Konstruktion erzeugt ist. Der Begriff Konkrete Kunst wurde 1924 von Theo van Doesburg eingeführt und 1930 in einem Manifest bei der Gründung der Gruppe „Art concret“ programmatisch festgelegt.

Dalí
Der Zauber des Genies

02.06.2018 – 28.10.2018

Salvador Dalí, Saturnische Giraffe, 1974, Kaltnadelradierung auf Farblithographie mit Prägung ©messmer foundation

Salvador Dalí (1904–1989) ist unbestritten einer der größten Künstler des 20. Jahrhunderts. Bis heute noch begeistert der Spanier mit seinen surrealistischen, fantasiereichen und oft rätselhaften Werken und wird schon zu Lebzeiten als Genie verehrt. Die kunsthalle messmer widmet dem Künstler eine große, herausragend kuratierten Ausstellung mit 150 hochkarätigen, in dieser Region noch nie zuvor gezeigten Werken.

Zu sehen sind zahlreiche typische Motive von Dalí in anmutig, farbig gestalteten Holzschnitten, fotorealistischen Darstellungen im Stile alter Meister oder gar in surrealistischen Naturstudien, die nicht nur Dalís Belesenheit, sondern vor allem sein herausragendes malerisches und zeichnerisches Talent aufzeigen. Auch vor unterschiedlichen Materialien hat sich der Künstler nicht gescheut, so entstanden Skulpturen aus Bronze, Messing und Plexiglas, die ebenfalls Teil der Ausstellung sind.

Dalí ist nicht nur ein Ausnahmekünstler, auch die Geschichten und Legenden um seine Person machen ihn besonders. Bereits als Vierzehnjähriger macht Dalí mit seiner ersten Einzelausstellung einige wichtige Kunstkritiker auf sich aufmerksam. Die königliche Kunstakademie verlässt er jedoch 1924 ohne Examen, da er die Lehrer nicht für kompetent genug hält, seine Werke zu bewerten. Im Jahre 1929 findet Dalí schließlich seinen persönlichen Stil; die Welt des Unbewussten, die in Träumen erscheint. Seither bilden schmelzende Uhren, Krücken und brennende Giraffen die Erkennungsmerkmale in seiner Malerei und werden zu Wahrzeichen der Surrealisten.

Die Ausstellung bietet einen guten Einblick in das umfangreiche grafische Werk sowie die ungewöhnlichen Skulpturen und gewährt damit gleichzeitig Einblick in Dalís Leben. Die Vielfältigkeit und hohe Qualität der Werke lädt die Besucher ein, den „Zauber des Genies“ zu entdecken. Zu der Ausstellung gibt es einen Katalog, der im Museumsshop erworben werden kann.

Otmar Alt
Lebenswege

03.02.2018 – 27.05.2018

Malerei | Skulptur | Grafik

Otmar Alt, Der Rosenblum, 1967, Acryl auf Leinwand, 190 x 140 cm © Stiftung Otmar Alt

Als einer der bedeutendsten und vielseitigsten Künstler der Gegenwart begeistert Otmar Alt seit Jahrzehnten mit seiner farbenfrohen und fantasievollen Bildsprache. Die kunsthalle messmer präsentiert rund 120 Werke aus allen Schaffensperioden des deutschen Künstlers und gewährt damit einen exklusiven Einblick in das Gesamtwerk Otmar Alts.

Die Werke Alts rufen durch die besondere, oftmals „puzzleartige“ Gestaltung Neugier hervor und laden den Betrachter in eine Fantasiewelt ein, die er mit persönlichem Blick individuell entdecken und interpretieren soll. Dabei schafft meist der Titel der Bilder einen möglichen Zugang zu den Bildern und somit einen Interpretationsspielraum. 

In dieser Ausstellung begibt man sich auf die Spuren der Lebenswege Otmar Alts und wird dabei von der ausdrucksstarken Farbigkeit kraftvoller Motive überrascht.

Am Ostersamstag fand zum ersten Mal eine besondere Osterfamilienführung statt. Spielerisch wurde den kleinen Besuchern ab 5 Jahren die Kunst von Otmar Alt näher gebracht und aufgerufen, aktiv an der Kunst teilzunehmen. Neben Ausmalbildern konnten die Kleinen gemeinsam ihr eigenes Kunstwerk aus Puzzleteilen zusammen legen und am Ende ihre ganz eigene Interpretation des Entenfuchssalats und Puffertiers malen. 

Das Team der kunsthalle messmer bedankt sich bei den engagierten kleinen Besuchern und deren Eltern für die zahlreiche Teilnahme und das große Interesse!

Licht und Bewegung

18.11.2017 – 28.01.2018

Ich sehe was, das du nicht siehst! Oder doch?

Wie trügerisch die eigene Wahrnehmung sein kann, zeigt sich in der neuen Ausstellung „Licht und Bewegung“ der kunsthalle messmer. Hier dreht sich alles um leuchtende Farben, optische Täuschungen und kinetische Kunst.

Der Besucher ist in dieser Ausstellung mehr als nur Betrachter der Kunst. Er tritt in Interaktion mit den Werken und wird so in die Ausstellung miteinbezogen. Kunst erleben ist hier Programm!

Künstler wie Victor Vasarély, Hans Kotter, Regine Schumann, Carlos Cruz Diez, Siegfried Kreitner, Kammerer-Luka, Adriano Piu, Ludwig Wilding und viele weitere fordern den Besucher zur intensiven Wahrnehmung auf, zeigen deren Grenzen und übersteigen sie.

Victor Vasarély (*1906, Pécs  †1997, Paris) ist ein französischer Maler ungarischer Abstammung. Zunächst widmete sich Vasarély konstruktiven, geometrischen Formen, bevor er sich der kinetischen Kunst zuwandte. Später war er Mitbegründer der Stilrichtung Op-Art, die sich vor allem mit optischen Effekten, wie den Anschein von Bewegung oder Flimmern und optischen Täuschungen auseinandersetzt.

Carlos Cruz Diez (*1923, Caracas) kommt aus Venezuela, lebt in Paris und präsentiert seine Kunstwerke in der ganzen Welt. Er ist ein Protagonist der kinetischen und optischen Kunst, der sich als einer der wichtigsten Akteure und Denker des 20. Jahrhundert im Bereich der Farben etabliert hat. In seinen visuellen Werken experimentiert er mit der Wahrnehmung von Farbe als autonome Wirklichkeit.

Regine Schumann (*1961, Goslar), ebenfalls eine deutsche Malerin und Lichtkünstlerin, fokussiert sich in ihren Arbeiten auf fluoreszierende Materialien, die ihre Wirkung bei Schwarzlicht entfalten. Die zugeführte Lichtenergie resultiert dabei immer in anderen Wirkungen des Lichtes und der Farben. Ihre Farbkörper setzt Schumann gemäß der Farbenlehre Goethes zusammen, die versucht, Farbe in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Ihr Ziel: „Raumtemperaturen“ schaffen.

Der deutsche Künstler Hans Kotter (*1966, Mühldorf am Inn) arbeitet im Bereich der Fotografie, Konzept- und Objektkunst. Zu seinen Werken zählen auch minimalistische Lichtinstallationen in intensiv leuchtenden Farben, wie sie auch in der Ausstellung zu sehen sein werden. Im Zentrum seiner Arbeit steht dabei das Verhältnis von Licht, Farbe und Raum.

Aus Italien stammt ein weiterer wichtiger Vertreter der kinetischen Kunst, der Maler und Bildhauer Adriano Piu (*1954, Friaul). Er widmete sich schon in seiner Jugend der Malerei und fand schnell den Gefallen an der Arbeit an Metallskulpturen. Die Kombination zwischen Malerei und Bildhauerei zeigt sich in der Ausstellung in der kunsthalle messmer. Hier zeigt Adriano Piu seine Serie INTERLOCUTORY MOVEMENT mit verschiebbaren Holzelementen. Er bietet damit eine spannende Varianz an dargestellten Motiven und ermöglicht eine Interaktion des Betrachters mit der Kunst.

Auch bei den zahlreichen weiteren Kunstwerken, die unter anderem aus der Sammlung Messmer selbst stammen, stehen die Konzepte von Licht, Bewegung, Farbe und Raum im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die ausgestellten Werke bieten viel Abwechslung und interessante Wahrnehmungsmöglichkeiten von Kunst ganz allgemein und vom eigenen Sehen. Dabei werden nicht nur optisch viele neue Perspektiven eröffnet.

Picasso und die Frauen

24.06.2017 – 12.11.2017

Anlässlich des Jubiläums ihrer 25. Ausstellung widmet sich die kunsthalle messmer dem Leben und Werk eines der bedeutendsten Künstler der Moderne: Pablo Picasso.

1881 im spanischen Málaga geboren, entwickelte sich Picasso bis zu seinem Tod im Jahre 1973 zum produktivsten und reichsten Künstler seiner Zeit. Sein ausdrucksstarkes und vielfältiges Werk umfasst über 50.000 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Collagen, Plastiken und Keramiken. Mit Georges Braque gilt er als der Begründer des Kubismus.

Die Ausstellung beleuchtet insbesondere die Darstellungen der Frauen im Leben des großen Malers, die als Musen und unerschöpfliche Quellen der Inspiration sein Leben und Wirken gleichermaßen beeinflusst und bereichert haben.

Einige der Frauen in Picassos Leben waren selbst künstlerisch tätig und von beachtlichem Talent. Sie profitierten von der Nähe zu diesem künstlerischen Genie, standen allerdings stets auch in seinem Schatten, aus dem sie sich nur schwer oder gar nicht lösen konnten. So zeigen viele Werke seiner Lebensgefährtinnen den mehr oder weniger deutlichen Einfluss Picassos.

Wie ein roter Faden ziehen sich die Darstellungen der Ehefrauen und Geliebten im Leben des Malers durch sein künstlerisches Werk hindurch. Die stilistische Entwicklung seiner Malerei sowie die sich wandelnde Beziehung zu seinen Frauen spiegelt die Ausstellung in der kunsthalle messmer eindrücklich wieder. Sie umfasst mehr als 100 Arbeiten Picassos aus bedeutenden Privatsammlungen und vermittelt in einzigartiger Weise, über das künstlerische Schaffen des Malers hinaus, nie dagewesene Einblicke in die Werke der Frauen um Picasso. Neben eigenhändigen Gemälden von Françoise Gilot werden auch Zeichnungen von Dora Maar sowie Arbeiten von Sylvette David gezeigt, die dem Maler ebenfalls zahlreiche Male Modell stand und heute selbst eine bekannte Künstlerin ist.

Christo und Jeanne-Claude
„Objekte – Zeichnungen – Collagen“

28.01.2017 – 18.06.2017

Die Ausstellung in der kunsthalle messmer präsentiert anhand von rund 100 Exponaten – darunter Zeichnungen, Collagen, Objekte, Grafiken und Fotos – die künstlerische Entwicklung der Ausnahmekünstler hin zu technisch immer ausgefeilteren und anspruchsvolleren Werken. Sie zeigt alle wichtigen Schaffensperioden, veranschaulicht und dokumentiert die Arbeitsweise und spannt einen weiten Bogen – beginnend mit den frühen Arbeiten, über die weltbekannten Projekte wie die „Surrounded Islands“, der Pont Neuf, die „Umbrellas“ in Japan und Kalifornien, den verhüllten Reichstag in Berlin oder die „Gates“ in New York.

Christo und Jeanne-Claude – zwei Namen, die in unserem Gedächtnis sofort und untrennbar mit einem unverwechselbaren Werk verknüpft sind! Der weltbekannte amerikanische Künstler, 1935 in Gabrowo, Bulgarien, geboren, begeistert nach wie vor mit seinen spektakulären und mit enormem Aufwand betriebenen Kunstprojekten, in denen er mit viel Charme, Witz und scharfem analytischen Verstand stets aufs Neue wunderbar verrückte Ideen Wirklichkeit werden lässt. Die einmaligen und prägenden Kunsterlebnisse, meist unter freiem Himmel präsentiert, bleiben für Jahrzehnte im kollektiven Kunstgedächtnis einer ganzen Gesellschaft verankert.

Das Künstlerpaar finanziert seine Projekte selbst und lässt die Besucher kostenlos daran teilhaben. Die temporären Kunstwerke, nur wenige Tage oder Wochen zu bewundern, leben durch Zeichnungen, Fotos, Collagen und Editionen weiter und bleiben so auch über die Dauer des eigentlichen Projektes hinaus erhalten.

Zu Beginn seiner Karriere verschnürte Christo vor allem Alltagsgegenstände mit Schnur, Papier, Gewebe und Klebeband – seine kritische Antwort auf die von den Pop-Art-Künstlern propagierte ikonenhafte Überhöhung kommerzieller Waren und auf die zunehmend nach Perfektion strebende Verpackungsästhetik unserer Gesellschaft. Allerdings wäre es zu eindimensional, seine Werke auf reine Konsumkritik zu reduzieren. Vielmehr sind sie Experiment und Spiel mit der Ästhetik eines verhüllten Objektes, eines Bauwerkes oder den Teilen einer temporär den Blicken des Betrachters verborgenen Landschaft, die aber in ihren Umrissen stets erkennbar und damit Erinnerung ihrer selbst bleibt.

Landesausstellung „schul.kunst_zeich(n)en“
Baden-Württemberg

02.12.2016 – 22.01.2017

Zentrum für Bildende Kunst und Intermediales Gestalten ZKIS beim Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik in Kooperation mit der kunsthalle messmer.

Tanz_Zeichnen Abb. 1 © ZKIS, Thomas Putze

Zeichnen ist die früheste Art zu kommunizieren. Noch bevor sich ein Kind sprachlich mitteilen kann, kann es sich mittels „Zeichnen“ und „Zeichen“ ausdrücken. „Zeichnen“ ist eine ureigene Herangehensweise, die Welt darzustellen und zu erklären. Zeichnen ist auch Ausdruck kreativer Vielfalt und ein formales Mittel, um Inhalte zu transportieren.

Über „Zeichnen“ und „Zeichnung“ ist Verständigung möglich, wo Sprache und verbaler Austausch nicht, noch nicht oder nicht mehr möglich ist. Deshalb ist aus gutem Grund „Zeichnen“ Bestandteil des Bildungsauftrags der Schule, in der die „Kunst des Zeichnens“ den Schülerinnen und Schülern im Kunstunterricht vermittelt wird.

In den wunderbaren Räumen der kunsthalle messmer wurden ausgewählte Schülerarbeiten aller Schularten aus allen regionalen Schulkunst-Ausstellungen der 21 staatlichen Schulämter gezeigt. Die kreative Vielfalt der hier ausgestellten Exponate war sehr sehenswert.

Außerdem wurde mit „Hello World“ eine Weltneuheit präsentiert, bei der mittels eines Smartphones im virtuellen Raum gezeichnet sowie eine dreidimensionale Skulptur erstellt werden kann.

Joan Miró
Der leidenschaftliche Malerpoet

25.06.2016 – 27.11.2016

Im Sommer 2016 widmete sich die kunsthalle messmer dem bekannten spanischen Künstler Joan Miró!

Der Titel der Ausstellung nahm dabei Bezug auf Mirós Verhältnis zur Poesie. Diese Beziehung zieht sich durch das gesamte Schaffen des Künstlers und fand auf mehreren Ebenen statt. In der Ausstellung sollte dieser Aspekt seiner Kunst deutlich werden: In 12 Räume unterteilt, wurden wichtige Werke seines Oeuvres gezeigt, angefangen mit dem einzigartigen, verträumten Surrealismus der 1930er Jahre, bis hin zu seinem düsteren Spätwerk. Die Schau vermittelte einen Eindruck über das Gesamtwerk Mirós.

Der Künstler selbst war ein leidenschaftlicher Leser. 1700 Bücher schmückten seine umfangreiche Bibliothek. Wichtige Namen wie Dostojewski, Freud, Nietzsche und Goethe waren hier vertreten und von essentieller Bedeutung für die fantastischen Werke des Künstlers.

Poesie steht bei ihm auch für alles über die Sprache hinaus gehende. Mirós Kunst ist auf diese Weise transzendent. Psychische Vorgänge nehmen auf seinen Leinwänden Gestalt an. Bilder und Eindrücke, resultierend aus Träumen und anderen Zuständen des Unterbewusstseins, werden fest gehalten. Vieles, das nicht in Worte gefasst werden kann, stellt er in seinen Bildern dar.  So entwickelt sich eine einzigartige Bildsprache mit zufälligem, geradezu kindlich naivem Charakter, fuer die Miró so berühmt ist.