Otmar Alt
Lebenswege

03.02.2018 – 27.05.2018

Malerei | Skulptur | Grafik

Otmar Alt, Der Rosenblum, 1967, Acryl auf Leinwand, 190 x 140 cm © Stiftung Otmar Alt

Als einer der bedeutendsten und vielseitigsten Künstler der Gegenwart begeistert Otmar Alt seit Jahrzehnten mit seiner farbenfrohen und fantasievollen Bildsprache. Die kunsthalle messmer präsentiert rund 120 Werke aus allen Schaffensperioden des deutschen Künstlers und gewährt damit einen exklusiven Einblick in das Gesamtwerk Otmar Alts.

Die Werke Alts rufen durch die besondere, oftmals „puzzleartige“ Gestaltung Neugier hervor und laden den Betrachter in eine Fantasiewelt ein, die er mit persönlichem Blick individuell entdecken und interpretieren soll. Dabei schafft meist der Titel der Bilder einen möglichen Zugang zu den Bildern und somit einen Interpretationsspielraum. 

In dieser Ausstellung begibt man sich auf die Spuren der Lebenswege Otmar Alts und wird dabei von der ausdrucksstarken Farbigkeit kraftvoller Motive überrascht.

Am Ostersamstag fand zum ersten Mal eine besondere Osterfamilienführung statt. Spielerisch wurde den kleinen Besuchern ab 5 Jahren die Kunst von Otmar Alt näher gebracht und aufgerufen, aktiv an der Kunst teilzunehmen. Neben Ausmalbildern konnten die Kleinen gemeinsam ihr eigenes Kunstwerk aus Puzzleteilen zusammen legen und am Ende ihre ganz eigene Interpretation des Entenfuchssalats und Puffertiers malen. 

Das Team der kunsthalle messmer bedankt sich bei den engagierten kleinen Besuchern und deren Eltern für die zahlreiche Teilnahme und das große Interesse!

Licht und Bewegung

18.11.2017 – 28.01.2018

Ich sehe was, das du nicht siehst! Oder doch?

Wie trügerisch die eigene Wahrnehmung sein kann, zeigt sich in der neuen Ausstellung „Licht und Bewegung“ der kunsthalle messmer. Hier dreht sich alles um leuchtende Farben, optische Täuschungen und kinetische Kunst.

Der Besucher ist in dieser Ausstellung mehr als nur Betrachter der Kunst. Er tritt in Interaktion mit den Werken und wird so in die Ausstellung miteinbezogen. Kunst erleben ist hier Programm!

Künstler wie Victor Vasarély, Hans Kotter, Regine Schumann, Carlos Cruz Diez, Siegfried Kreitner, Kammerer-Luka, Adriano Piu, Ludwig Wilding und viele weitere fordern den Besucher zur intensiven Wahrnehmung auf, zeigen deren Grenzen und übersteigen sie.

Victor Vasarély (*1906, Pécs  †1997, Paris) ist ein französischer Maler ungarischer Abstammung. Zunächst widmete sich Vasarély konstruktiven, geometrischen Formen, bevor er sich der kinetischen Kunst zuwandte. Später war er Mitbegründer der Stilrichtung Op-Art, die sich vor allem mit optischen Effekten, wie den Anschein von Bewegung oder Flimmern und optischen Täuschungen auseinandersetzt.

Carlos Cruz Diez (*1923, Caracas) kommt aus Venezuela, lebt in Paris und präsentiert seine Kunstwerke in der ganzen Welt. Er ist ein Protagonist der kinetischen und optischen Kunst, der sich als einer der wichtigsten Akteure und Denker des 20. Jahrhundert im Bereich der Farben etabliert hat. In seinen visuellen Werken experimentiert er mit der Wahrnehmung von Farbe als autonome Wirklichkeit.

Regine Schumann (*1961, Goslar), ebenfalls eine deutsche Malerin und Lichtkünstlerin, fokussiert sich in ihren Arbeiten auf fluoreszierende Materialien, die ihre Wirkung bei Schwarzlicht entfalten. Die zugeführte Lichtenergie resultiert dabei immer in anderen Wirkungen des Lichtes und der Farben. Ihre Farbkörper setzt Schumann gemäß der Farbenlehre Goethes zusammen, die versucht, Farbe in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Ihr Ziel: „Raumtemperaturen“ schaffen.

Der deutsche Künstler Hans Kotter (*1966, Mühldorf am Inn) arbeitet im Bereich der Fotografie, Konzept- und Objektkunst. Zu seinen Werken zählen auch minimalistische Lichtinstallationen in intensiv leuchtenden Farben, wie sie auch in der Ausstellung zu sehen sein werden. Im Zentrum seiner Arbeit steht dabei das Verhältnis von Licht, Farbe und Raum.

Aus Italien stammt ein weiterer wichtiger Vertreter der kinetischen Kunst, der Maler und Bildhauer Adriano Piu (*1954, Friaul). Er widmete sich schon in seiner Jugend der Malerei und fand schnell den Gefallen an der Arbeit an Metallskulpturen. Die Kombination zwischen Malerei und Bildhauerei zeigt sich in der Ausstellung in der kunsthalle messmer. Hier zeigt Adriano Piu seine Serie INTERLOCUTORY MOVEMENT mit verschiebbaren Holzelementen. Er bietet damit eine spannende Varianz an dargestellten Motiven und ermöglicht eine Interaktion des Betrachters mit der Kunst.

Auch bei den zahlreichen weiteren Kunstwerken, die unter anderem aus der Sammlung Messmer selbst stammen, stehen die Konzepte von Licht, Bewegung, Farbe und Raum im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die ausgestellten Werke bieten viel Abwechslung und interessante Wahrnehmungsmöglichkeiten von Kunst ganz allgemein und vom eigenen Sehen. Dabei werden nicht nur optisch viele neue Perspektiven eröffnet.

Picasso und die Frauen

24.06.2017 – 12.11.2017

Anlässlich des Jubiläums ihrer 25. Ausstellung widmet sich die kunsthalle messmer dem Leben und Werk eines der bedeutendsten Künstler der Moderne: Pablo Picasso.

1881 im spanischen Málaga geboren, entwickelte sich Picasso bis zu seinem Tod im Jahre 1973 zum produktivsten und reichsten Künstler seiner Zeit. Sein ausdrucksstarkes und vielfältiges Werk umfasst über 50.000 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Collagen, Plastiken und Keramiken. Mit Georges Braque gilt er als der Begründer des Kubismus.

Die Ausstellung beleuchtet insbesondere die Darstellungen der Frauen im Leben des großen Malers, die als Musen und unerschöpfliche Quellen der Inspiration sein Leben und Wirken gleichermaßen beeinflusst und bereichert haben.

Einige der Frauen in Picassos Leben waren selbst künstlerisch tätig und von beachtlichem Talent. Sie profitierten von der Nähe zu diesem künstlerischen Genie, standen allerdings stets auch in seinem Schatten, aus dem sie sich nur schwer oder gar nicht lösen konnten. So zeigen viele Werke seiner Lebensgefährtinnen den mehr oder weniger deutlichen Einfluss Picassos.

Wie ein roter Faden ziehen sich die Darstellungen der Ehefrauen und Geliebten im Leben des Malers durch sein künstlerisches Werk hindurch. Die stilistische Entwicklung seiner Malerei sowie die sich wandelnde Beziehung zu seinen Frauen spiegelt die Ausstellung in der kunsthalle messmer eindrücklich wieder. Sie umfasst mehr als 100 Arbeiten Picassos aus bedeutenden Privatsammlungen und vermittelt in einzigartiger Weise, über das künstlerische Schaffen des Malers hinaus, nie dagewesene Einblicke in die Werke der Frauen um Picasso. Neben eigenhändigen Gemälden von Françoise Gilot werden auch Zeichnungen von Dora Maar sowie Arbeiten von Sylvette David gezeigt, die dem Maler ebenfalls zahlreiche Male Modell stand und heute selbst eine bekannte Künstlerin ist.

Christo und Jeanne-Claude
„Objekte – Zeichnungen – Collagen“

28.01.2017 – 18.06.2017

Die Ausstellung in der kunsthalle messmer präsentiert anhand von rund 100 Exponaten – darunter Zeichnungen, Collagen, Objekte, Grafiken und Fotos – die künstlerische Entwicklung der Ausnahmekünstler hin zu technisch immer ausgefeilteren und anspruchsvolleren Werken. Sie zeigt alle wichtigen Schaffensperioden, veranschaulicht und dokumentiert die Arbeitsweise und spannt einen weiten Bogen – beginnend mit den frühen Arbeiten, über die weltbekannten Projekte wie die „Surrounded Islands“, der Pont Neuf, die „Umbrellas“ in Japan und Kalifornien, den verhüllten Reichstag in Berlin oder die „Gates“ in New York.

Christo und Jeanne-Claude – zwei Namen, die in unserem Gedächtnis sofort und untrennbar mit einem unverwechselbaren Werk verknüpft sind! Der weltbekannte amerikanische Künstler, 1935 in Gabrowo, Bulgarien, geboren, begeistert nach wie vor mit seinen spektakulären und mit enormem Aufwand betriebenen Kunstprojekten, in denen er mit viel Charme, Witz und scharfem analytischen Verstand stets aufs Neue wunderbar verrückte Ideen Wirklichkeit werden lässt. Die einmaligen und prägenden Kunsterlebnisse, meist unter freiem Himmel präsentiert, bleiben für Jahrzehnte im kollektiven Kunstgedächtnis einer ganzen Gesellschaft verankert.

Das Künstlerpaar finanziert seine Projekte selbst und lässt die Besucher kostenlos daran teilhaben. Die temporären Kunstwerke, nur wenige Tage oder Wochen zu bewundern, leben durch Zeichnungen, Fotos, Collagen und Editionen weiter und bleiben so auch über die Dauer des eigentlichen Projektes hinaus erhalten.

Zu Beginn seiner Karriere verschnürte Christo vor allem Alltagsgegenstände mit Schnur, Papier, Gewebe und Klebeband – seine kritische Antwort auf die von den Pop-Art-Künstlern propagierte ikonenhafte Überhöhung kommerzieller Waren und auf die zunehmend nach Perfektion strebende Verpackungsästhetik unserer Gesellschaft. Allerdings wäre es zu eindimensional, seine Werke auf reine Konsumkritik zu reduzieren. Vielmehr sind sie Experiment und Spiel mit der Ästhetik eines verhüllten Objektes, eines Bauwerkes oder den Teilen einer temporär den Blicken des Betrachters verborgenen Landschaft, die aber in ihren Umrissen stets erkennbar und damit Erinnerung ihrer selbst bleibt.

Landesausstellung „schul.kunst_zeich(n)en“
Baden-Württemberg

02.12.2016 – 22.01.2017

Zentrum für Bildende Kunst und Intermediales Gestalten ZKIS beim Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik in Kooperation mit der kunsthalle messmer.

Tanz_Zeichnen Abb. 1 © ZKIS, Thomas Putze

Zeichnen ist die früheste Art zu kommunizieren. Noch bevor sich ein Kind sprachlich mitteilen kann, kann es sich mittels „Zeichnen“ und „Zeichen“ ausdrücken. „Zeichnen“ ist eine ureigene Herangehensweise, die Welt darzustellen und zu erklären. Zeichnen ist auch Ausdruck kreativer Vielfalt und ein formales Mittel, um Inhalte zu transportieren.

Über „Zeichnen“ und „Zeichnung“ ist Verständigung möglich, wo Sprache und verbaler Austausch nicht, noch nicht oder nicht mehr möglich ist. Deshalb ist aus gutem Grund „Zeichnen“ Bestandteil des Bildungsauftrags der Schule, in der die „Kunst des Zeichnens“ den Schülerinnen und Schülern im Kunstunterricht vermittelt wird.

In den wunderbaren Räumen der kunsthalle messmer wurden ausgewählte Schülerarbeiten aller Schularten aus allen regionalen Schulkunst-Ausstellungen der 21 staatlichen Schulämter gezeigt. Die kreative Vielfalt der hier ausgestellten Exponate war sehr sehenswert.

Außerdem wurde mit „Hello World“ eine Weltneuheit präsentiert, bei der mittels eines Smartphones im virtuellen Raum gezeichnet sowie eine dreidimensionale Skulptur erstellt werden kann.

Joan Miró
Der leidenschaftliche Malerpoet

25.06.2016 – 27.11.2016

Im Sommer 2016 widmete sich die kunsthalle messmer dem bekannten spanischen Künstler Joan Miró!

Der Titel der Ausstellung nahm dabei Bezug auf Mirós Verhältnis zur Poesie. Diese Beziehung zieht sich durch das gesamte Schaffen des Künstlers und fand auf mehreren Ebenen statt. In der Ausstellung sollte dieser Aspekt seiner Kunst deutlich werden: In 12 Räume unterteilt, wurden wichtige Werke seines Oeuvres gezeigt, angefangen mit dem einzigartigen, verträumten Surrealismus der 1930er Jahre, bis hin zu seinem düsteren Spätwerk. Die Schau vermittelte einen Eindruck über das Gesamtwerk Mirós.

Der Künstler selbst war ein leidenschaftlicher Leser. 1700 Bücher schmückten seine umfangreiche Bibliothek. Wichtige Namen wie Dostojewski, Freud, Nietzsche und Goethe waren hier vertreten und von essentieller Bedeutung für die fantastischen Werke des Künstlers.

Poesie steht bei ihm auch für alles über die Sprache hinaus gehende. Mirós Kunst ist auf diese Weise transzendent. Psychische Vorgänge nehmen auf seinen Leinwänden Gestalt an. Bilder und Eindrücke, resultierend aus Träumen und anderen Zuständen des Unterbewusstseins, werden fest gehalten. Vieles, das nicht in Worte gefasst werden kann, stellt er in seinen Bildern dar.  So entwickelt sich eine einzigartige Bildsprache mit zufälligem, geradezu kindlich naivem Charakter, fuer die Miró so berühmt ist.

12 Region Grenzenlos

30.04.2017 – 19.06.2016

Von Kandern über Freiburg nach Ottersweier, von Rottweil nach Schallstadt – die kunsthalle messmer in Riegel sah in dieser Sonderausstellung in alle Himmelsrichtungen. Der Blick ging in die Region hinein und doch grenzenlos weit über sie hinaus. Denn „12“ vereint Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen Jahrzehnten zu einer eigenständigen und unverwechselbaren Handschrift gefunden haben und mit ihrer Malerei, ihren Installationen und Skulpturen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Das heißt natürlich „Gläser“ von Peter Dreher, eine große Figureninstallation von Jürgen Brodwolf, Holzskulpturen von CW Loth, opulente Malerei und viele, viele Begegnungen mit „alten“ Bekannten.

Thomas Kitzinger, A3-11 bis A7-11-2011, A6-05, 2005, Öl auf Aluminium © Thomas Kitzinger,  courtesy Galerie Albert Baumgarten, Freiburg

Teilnehmende Künstler waren:

Werner Berges
Gerhard Birkhofer
Jürgen Brodwolf
Peter Dreher
Manfred Emmenegger-Kanzler
Elisabeth Endres
Angela M. Flaig
Thomas Kitzinger
CW Loth
Celso Martínez Naves
Wolfram Scheffel

4. Internationaler André Evard-Preis

13.02.2016 – 24.04.2016

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Bereits zum vierten Mal schrieb die kunsthalle messmer den André Evard-Kunstpreis aus, der dem Schweizer Künstler André Evard (1876 – 1972) gewidmet ist. Bereits 1913 beschäftigte er sich in seiner Malerei mit geometrischen Abstraktionen. Er ist damit einer der ersten nicht figurativ arbeitenden Künstler und zählt zu den Vorreitern der Schweizer konstruktiv-geometrischen Malerei.

Bis zum 31. Juli 2015 konnten sich KünstlerInnen aus aller Welt für den Internationalen Evard-Preis bewerben und mehr als 750 KünstlerInnen aus 47 verschiedenen Ländern haben ihre Arbeiten eingereicht.

In der Vorauswahl wurden nun 108 verschiedene Künstlerpositionen ausgewählt, die ab dem 13. Februar 2016 in einer spannenden Gesamtschau in der kunsthalle messmer ausgestellt wurden. Die nominierten KünstlerInnen finden Sie hier.

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Eine renommierte Fachjury entschied im Zuge der Ausstellung über den Sieger des Internationalen Evard-Preises.

Betty Rieckmann gewann den Preis. Das Publikum rechnete Bodo Sperling die meisten Chancen aus, sodass er den Publikumspreis gewann.

10 Jahre messmer foundation
Die Highlights der Sammlung

4.10.2015 – 07.02.2016

ANTES | BRAQUE | EVARD | FONTANA | KLEE | MAGNELLI | UECKER| VASARELY

Zum 10-jährigen Bestehen der messmer foundation öffnet die Stiftung ihre Depots und präsentiert in der kunsthalle messmer eine einzigartige Zusammenstellung ihrer bedeutendsten Werke. Die Ausstellung vereint so namhafte Künstler wie Georges Braque, Carlos Cruz-Diez, André Evard, Lucio Fontana, Paul Klee, Alberto Magnelli, Günther Uecker und Victor Vasarely. Anhand dieser wichtigen Vertreter der abstrakten Kunst gewährt die Ausstellung einen spannenden Einblick in die historischen Zusammenhänge zwischen klassischer Moderne, Op Art, Kinetischer und Konkret-Konstruktiver Kunst.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung widmet sich der Kunst des wegweisenden Schweizer Avantgardisten André Evard, von dessen Nachlass der Stifter Jürgen A. Messmer 1978 einen Großteil erworben hat und der heute von der messmer foundation verwaltet wird. Evard hat in seinem langen Leben ein äußerst facettenreiches und höchst individuelles Werk geschaffen, weshalb er zu Recht als Wegbereiter der Schweizer Moderne bezeichnet wird. In der Gegenüberstellung seiner frühen Emaille-Arbeiten und seinen bedeutenden Serien, wie „Les roses, „Le couvert“, „Symphonia“, „Compisition abstraite“ und „Kabuki“, wird Evards einzigartige künstlerische Entwicklung vom Jugendstil bis zu seinen konstruktiv-geometrischen Arbeiten anschaulich dargelegt.

Während die kubistischen und konstruktiven Arbeiten André Evards, als auch die von Georges Braque, in der ersten Jahrhunderthälfte das Tor zur Abstraktion öffnen, erweitern Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg das non-figurative Repertoire und dringen dabei in ganz neue Bereiche vor: So beschäftigt sich die Op Art mit dem Phänomen der Wahrnehmung, die Kinetische Kunst bezieht gezielt die Bewegung in ihre Arbeiten ein und die konkret-konstruktiven Richtungen suchen auf Basis mathematisch-geometrischer Prinzipien einen puristischen Weg, das Geistige zu verkörpern. Das breite Spektrum reicht von den pulsierenden geometrischen Kompositionen Victor Vasarelys und Bridget Rileys, über die vibrierenden Streifenbilder von Carlos Cruz-Diez bis hin zu den perforierten Arbeiten Lucio Fontanas und den klaren und harmonischen Konstruktionen Anton Stankowskis und Klaus J. Schoens.

Die Sammlung, die heute mehr als 1.000 Kunstwerke von über 150 bedeutenden Künstlern umfasst, gewährt mit ihren ausgestellten Exponaten einen faszinierenden Querschnitt durch „10 Jahre messmer foundation“. Mit Spitzenwerken von einigen der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts bietet diese hochkarätige Ausstellung einen facettenreichen Blick auf die verschiedenen Entwicklungstendenzen der abstrakten Kunst.

Andy Warhol
King of Pop Art

02.05.2015 – 27.09.2015

Mit Andy Warhol präsentiert die kunsthalle messmer den bedeutendsten Vertreter der amerikanischen Pop Art und eine der schillerndsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Wie kaum ein anderer Künstler revolutionierte Warhol die moderne Bildsprache und veränderte nachhaltig unsere Kunstvorstellungen. Schon längst gehören seine Serien von glamourösen Stars aus Film und Politik, von Suppendosen und Dollarnoten zu den Ikonen der Kunstgeschichte. Die Serie als künstlerisches Ausdrucksmittel wurde Warhols Markenzeichen und die Serigrafie sein populärstes künstlerisches Medium. Die Ausstellung beleuchtet die wichtigsten Stationen seines künstlerischen Werdegangs. Beginnend mit einer Auswahl früher Zeichnungen aus den 50er Jahren dokumentiert sie die bahnbrechende Entwicklung Warhols von den Anfängen als Werbegrafiker bis hin zum King of Pop Art.

Als Kind slowakischer Einwanderer im Armenviertel von Pittsburgh aufgewachsen, verkörpert Warhols Karriere vom armen, kranken Kind zum erfolgreichen Werbegrafiker in New York und Star der internationalen Kunstszene den „American Dream“. Um diesen Traum zu erreichen zog er alle Register, verkehrte ebenso in den Kreisen des Undergrounds wie in denen der hippen New Yorker Party-Szene. Immer wieder verstand er es, sein Publikum mit seinen Bildmotiven und seinem Lebensstil zu provozieren und zu schockieren. Schon als Student des Carnegie Institute of Technologie in Pittsburgh untergrub er den Kult um die persönliche Handschrift des Künstlers, indem er seine Zeichnungen kopierte und von Freunden kolorieren ließ. Ein Prinzip, welches er in seiner legendären Factory in Manhattan fortsetzte. Schon der Name war Programm: So betrachtete Andy Warhol nicht mehr das Künstleratelier sondern die Fabrik als Produktionsstätte seiner Kunst. Hier entstanden seine berühmten Serigrafien von Marilyn Monroe und den Campbell’s Soups.

Immer wieder vermischen sich in Warhols Werk und in der Vermarktung seiner Person Kunst und Kommerz. Was in den 1960er Jahren in der Factory begann, fand in den 1970er Jahren einen weiteren Höhepunkt, als Warhol jeden für 25.000 Dollar porträtierte, der bereit war, das Geld zu zahlen. Das serielle Prinzip zieht sich durch sein gesamtes künstlerisches Schaffen und ist Ausdruck seiner ihn beherrschenden Denkform. Es steht für industrielle Massenproduktion, aber gleichzeitig auch für eine Demokratisierung gesellschaftlicher Gewohnheiten. Denn jeder in Amerika trinkt eine Coca Cola oder isst eine Campbell-Suppe, vom Präsidenten bis hin zum einfachen Arbeiter.

Als besonderes Highlight wird die komplette zehnteilige Marilyn-Serie, die Andy Warhol bereits wenige Tage nach dem tragischen Tod der Monroe begann, präsentiert. Der Pop Art Künstler schuf somit nicht nur eine seiner berühmtesten Serien, sondern verewigte den Hollywoodstar Marilyn Monroe als die Ikone der modernen Kunst und Popkultur. Weitere Spitzenwerke wie das großformatige Porträt Goethes, die Campbell’s Soups, die Maos, Flowers und „Flash“, Warhols Dokumentation des Kennedy-Attentats, machen diese hochkarätige Ausstellung zu einem unvergesslichen Erlebnis.