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In Gedenken an Klaus J. Schoen

18.04.2018

Lebe wohl, guter Freund

Durch den Tod des Künstlers Klaus J. Schoen verliert die Welt einen der wichtigsten Vertretern der abstrakten Kunst in Deutschland – Ein Nachruf

Jürgen A. Messmer (l.) mit dem Künstler Klaus J. Schoen (r.) bei einem Feierabend Bierchen

Klaus J. Schoen und Jürgen A. Messmer lernten sich 2014 bei einer Ausstellung in Dresden kennen.  Der Stiftungsvorstand der messmer foundation war begeistert von den Arbeiten des Berliner Künstler und entschloss kurzerhand ihn nach Riegel in die kunsthalle messmer einzuladen. Im Frühjahr 2015 war es dann soweit und die Ausstellung mit dem Titel „Harmonie der Stille“ wurde in der kunsthalle messmer eröffnet. Die Ausstellung zeigte Gemälde aus über vier Jahrzehnten des damals 84-jährigen Künstlers. Er experimentierte mit zahlreichen Variationen von Form und Farbe – in Farbflächenbildern mit den klassischen Elementen der konkreten Kunst, in linearen Farbakkorden von Rot, Blau, Grün und Gelb, Rauten und unregelmäßigen Formaten, schwarz-weißen Linienbildern sowie Bildstrukturen horizontal gelagerter Streifen vor hellem Hintergrund. Besondere Intensität der Farben, die sich auf einige wenige Felder einer geometrisch klar strukturierten Fläche verteilten. Inspiriert von Natureindrücken, welche der Wahlberliner von zahlreichen Spaziergängen sammelte, spiegelten sich ebenfalls in seinen Werken wider. Klaus J. Schoen entwickelte seine eigene Formsprache die schließlich in der opulenten Vielfalt bildnerischer Lösungen auf der Grundlage weniger einfacher Grundelemente endete.

In Klaus J. Schoens Malerei spielt die Harmonie eine große Bedeutung:  Sie erscheint in seinen Werken als Resultat eines konsequenten Reduktionsprozesses, in dem die Spannung zwischen den einzelnen Bildkomponenten – Farbe, formale Gestaltung und Komposition – präzise und komplex miteinander verbunden, gelöst wird. 

Schoen war ein liebenswürdiger, sehr herzlicher Mensch und ein überaus begabter Künstler. Während sein Körper nun in Stille übergegangen ist, wird die Harmonie in seinen Kunstwerken auf ewig weiterleben. Er hinterlässt neben seiner Ehefrau, Kindern und Enkelkindern auch viele trauernde Kunstfreunde und Weggefährten. Dem gesamten Team der kunsthalle messmer wird Klaus J. Schoen in guter Erinnerung bleiben und wir werden ihn schmerzlich vermissen. Ruhe in Frieden…

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