Aktuelle Ausstellung

Venedig
Faszination und Mythos

06.03.2020 – 21.06.2020

Venedig übt seit Jahrhunderten einen ganz besonderen Reiz auf Reisende, wie auch Künstler aller Welt aus. Mehr als 30 Millionen Touristen kommen jährlich nach Venedig, um sich von den prächtigen Kirchen und Palästen, den verschlungenen Kanälen und dem reichen kulturellen Erbe der Stadt verzaubern zu lassen. Die kunsthalle messmer zeigt vom 7. März bis 21. Juni 2020 in der Themenschau „Venedig – Faszination und Mythos“ Werke internationaler Künstler, die Ihre Inspiration aus der fantastischen Lagunenstadt bezogen haben. So präsentiert die Ausstellung, neben historischen Stadtansichten, Malereien, Fotos und Objekte von u.a. Hundertwasser, Salvador Dalí, Joe Tilsohn, Malte Sartorius, Max Peiffer-Watenphul und Horst Janssen. Der Fokus der breit gefächerten Ausstellung liegt dabei auf der Kunst der Moderne sowie der zeitgenössischen Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert.

Doch auch die Gefahren, die den Bestand des 1500 Jahre alten Weltkulturerbes gefährden, werden thematisiert – etwa die riesigen Kreuzfahrtschiffe oder die immer häufiger wiederkehrenden Überschwemmungen, in deren Folge die Stadt in der Lagune zu versinken droht. Eine Multimediainstallation vermittelt dem Besucher die einzigartige Klangkulisse der Serenissima und versetzt ihn virtuell in die Lagunenstadt.

Weitere Informationen zu der Stadt Venedig


Venedig ist Ursprung und Muse unzähliger unvergessener Werke der Kunstgeschichte. Durch ihre mit dem Meer verbundenen Kanäle und ihre insgesamt 398 Brücken, bildet die Lagunenstadt eine inspirierende Kulisse. Mit der Renaissance und der venezianischen Schule begann das goldene Zeitalter der Malerei. Die großen Meister Tizian, Tintoretto, Veronese und später Tiepolo, Canaletto und William Turner zeugen von der großen künstlerischen Vergangenheit einer Stadt, die seit jeher Künstler aller Art angezogen hat. Bis ins 16. Jahrhundert hinein galt Venedig als bedeutende See- und Handelsmacht. Die wunderbare Prachtarchitektur zeugt heute noch von dem früheren Reichtum der Serenissima. Bis 1797 war Venedig die offizielle Hauptstadt der Republik Venedig. Mit über 180.000 Einwohnern, galt Venedig als eine der größten Städte Europas. Heute sind kaum noch venezianische Einwohner in der Lagunenstadt angesiedelt und die Stadt und Wirtschaft konzentriert sich vermehrt auf den Tourismus. Bis in die Gegenwart ist die Lagunenstadt ein Ziel für Maler aus aller Welt, die sich von diesem magischen Ort inspirieren und herausfordern lassen. Ein wichtiges, internationales Großereignis der Kunstwelt ist hierbei insbesondere auch die Biennale di Venezia.

Lassen Sie sich in die Geschichte und Kultur dieser faszinierenden Lagunenstadt entführen!

März 2020
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Aktuelle Ausstellung

Marilyn Monroe
Leben und Legende

20. September 2019 – 01. März 2020

+++ Verlängerung bis zum 01. März 2020 +++


Marilyn Monroe (1926 – 1962) gehört bis heute zu den meistfotografierten Frauen der Welt. Aus ärmlichsten Verhältnissen erkämpfte sie sich ihren Weg durch die Hollywood Studios vom Sternchen zum Megastar. Sie war sich ihres Charmes bewusst und ging damit so entwaff-nend um wie kaum eine andere Hollywood-Diva. Nichtsdestotrotz schaffte Sie es einer ganzen Generation von jungen Frauen ein frisches und freieres Frauenbild zu vermitteln. Den Fotografen Barris, Grant, Greene, Kelley, Nygård und Stern gelang es Marilyn Monroe in ihrer zeitlosen Schönheit einzufangen. Ihre einzigartige Mischung aus Sexappeal, verletzlicher Unschuld und Komik macht sie für Männer und Frauen unwiderstehlich.

Marilyn Monroe. Aus der Reihe: The Last Sitting, 1962 © Bert Stern

Die kunsthalle messmer zeigt in der Ausstellung „Marilyn Monroe – Leben und Legende“ über 100 epochale Arbei-ten, welche neben den verschiedenen Facetten Monroes auch den Zeitgeist dieser Epoche auf spannende Weise il-lustrieren. Fotografien von u.a. Milton H. Greene, Bert Stern, Barris, Grant, Kelley, Nygård sowie Werke von Künstlern der Moderne bis in die kontemporäre Zeit, wie Andy Warhol, Arman und Werner Berges erwecken den Mythos dieser Ikone der Popkultur erneut zum Leben.

Kommen Sie vorbei und erkunden Sie die faszinierende Geschichte dieser Ikone der Popkultur!

September 2019
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Stellenangebot

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Assistenz des Stiftungsvorstands

Ab November 2019

Die messmer foundation ist eine gemeinnützige Stiftung und Trägerin der kunsthalle messmer in Riegel am Kaiserstuhl. Auf ca. 900 qm Ausstellungsfläche präsentiert das Museum jährlich 3- 5 Wechselausstellungen zur Klassischen Moderne und Gegenwartskunst.

Ab November bieten wir die Stelle einer Assistenz des Stiftungsvorstandes in Vollzeit / Teilzeit an. Der/Die Assistent/in unterstützt vor allem den Stiftungsvorstand bei allen anfallenden Tagesgeschäften und arbeitet an den in diesem Zeitraum stattfindenden Ausstellungen in Kunsthalle und Galerie mit.

Das sollten Sie mitbringen:

  • Mehrjährige Berufserfahrung im Bereich Assistenz / Sekretariat.
  • Proaktive Unterstützung und Zuarbeit an den Vorstand.
  • Verantwortungsbewusste, engagierte und eigenständige Arbeitsweise
  • Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder ähnliche Qualifikation. Kulturwissenschaftliches Studium, genauso wie mehrjährige Erfahrung im kaufmännischen Bereich von Vorteil.
  • Sichere EDV-Kenntnisse und sehr gute MS-Office-Kenntnisse (Outlook, Word, Excel, PowerPoint)
  • Persönliche Anforderungen:
    • Sie überzeugen mit einer schnellen Auffassungsgabe sowie mitdenkenden, antizipierenden Arbeitsweise und sind ein loyaler Teamplayer
    • Ausgeprägte organisatorische Fähigkeiten, hohes Engagement und große Belastbarkeit – auch in hektischen Phasen – zeichnen Sie aus
    • Ihr selbstständiges, strukturiertes und zuverlässiges Denken und Handeln konnten Sie schon mehrfach unter Beweis stellen
    • Zudem verfügen Sie über ein sicheres und freundliches Auftreten (auch am Telefon) gepaart mit professionellem Umgang mit Gesprächspartner
    • Sie haben muttersprachliche Deutschkenntnisse und besitzen gute Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und Französisch
    Wir bieten:
    • Wir sind ein dynamisches und internationales Team, in dem Sie unzählige Möglichkeiten haben werden, in ihrer Position zu wachsen
    • Vielfältige Aufgaben, eine steile Lernkurve und Verantwortung
    • Hochmotiviertes Team und regelmäßige Team-Events
    Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte per Mail oder postalisch an:

    kunsthalle messmer, Frau Lea Messmer, Grossherzog-Leopold-Platz 1, 70359 Riegel info@kunsthallemessmer.de, Tel: 07642- 920 162 0

    10 Jahre kunsthalle messmer:

    [:de]

    10 Jahre kunsthalle messmer:
    Ein Leben für die Kunst 

    20. Juni 2019 – 15. September 2019

    Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der kunsthalle messmer wird in einer Retrospektive das Herzstück der Sammlung Messmer –  der Nachlass des Künstlers André Evard in einer noch nie dagewesenen Weise präsentiert. In der Ausstellung werden ausgewählte Werk aus den verschiedenen Schaffensperioden des Schweizers vorgestellt.

    André Evard, Kirschbaum, 1911  © messmer foundation

    Neben sensiblen Jugendstilbildern und farbintensiven Landschaftsdarstellungen, welche Evards Auseinandersetzung mit den Einflüssen der Kunstszene seiner Zeit illustrieren, werden symbolistische Stillleben gezeigt, welche durch ihre Hinwendung zur Geometrisierung des Raumes seine Vorreiterstellung in der abstrakten Malerei beweisen. Nicht zuletzt sind auch seine konkret-konstruktiven Werke zu sehen.

    Ein kurzer Rückblick

    In den letzten 10 Jahren wurden 30 Ausstellungen gezeigt, darunter Marc Chagal, Christo, Joan Miró, Pablo Picasso und Andy Warhol, um nur einige zu nennen. Rund 500.000 Besucher sahen im historischen Gebäude am Fuße des Kaiserstuhls internationale Kunst. Auch die Kunstförderung hat ihren festen Platz im Ausstellungsrepertoire. Durch den internationalen andré-evard-preis, der mit 10.000 € dotiert ist, stellte die kunsthalle messmer bisher über 2.500 Künstler und Künstlerinnen aus aller Welt einer breiten Öffentlichkeit vor.

    Die gemeinnützigen messmer foundation, die Trägerin der kunsthalle messmer, beherbergt den künstlerischen Nachlass André Evards. Das Oeuvre des Schweizer Avantgardisten bildet das Zentrum der Stiftungssammlung, die vor 40 Jahren als Privatsammlung des Unternehmers Jürgen Messmer entstand. Die Sammlung umfasst mehr als 1.100 Kunstwerke, die von der klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst reichen.

     

     

    André Evard war ein universeller Geist.
    Er hat in nahezu 70 Jahren die Kunst der Avantgarde mit seinen eigenen Ideen bereichert. Ohne sich auf einen Stil festlegen zu lassen, hat er die Malerei bis an ihre Grenzen geführt.

     

     

    André Evard (1876 – 1965)

    Der 1876 im Berner Jura geborene André Evard zeichnet sich Zeit seines Lebens damit aus, dass er seinen Künstlergenossen ein kleines Stück voraus war. Bereits 1908 beschäftigt er sich mit experimentellen Techniken, wie der Collage, die erst Jahre später Einzug in die Kunstlandschaft finden sollte. Gelernt hat er zusammen mit künstlerischen Größen, wie Le Corbusier. In den 1920er Jahren orientiert sich Evard nach Paris, einer künstlerischen Hochburg jener Zeit und pflegt Verbindungen zu der europäischen Avantgarde. Während die meisten dem Expressionismus zugeneigt sind, entwirft Evard ornamental anmutende, farblich ausbalancierte konkret-konstruktive Arbeiten. Jedoch nicht nur der Konstruktivismus und Suprematismus, auch die niederländische De Stijl-Bewegung und das Bauhaus fließen in seine Kunst ein. Er hält Kontakt mit Georges Braque, Robert Delaunay und Théo van Doesburg. 1936 stellt er zusammen mit Max Bill, Richard Paul Lohse und Leo Leuppi in der Zürcher Ausstellung Zeitprobleme der Schweizer Malerei und Plastik aus. Ein Jahr später tritt Evard als zehntes Mitglied in die von Richard Paul Lohse und Leo Leuppi gegründete Künstlergruppe Allianz ein. Zu diesem Kreis gehören neben Max Bill, Alberto Giacometti, Paul Klee und Hans Arp auch Le Corbusier. Evard verstirbt 1972 mit 96 Jahren in Le Locle, unweit seines Geburtsortes.

     

     

    Februar 2019
    Änderungen vorbehalten.

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    Preview 2019:

    Marilyn Monroe 

    21. September 2019 – 8. März 2020

     

     [:en]

    10 years kunsthalle messmer: a life for art 

    20. june 2019 – 15. september 2019

    On the occasion of the 10th anniversary of the kunsthalle messmer, a retrospective will present the heart of the Messmer Collection – the estate of the artist André Evard in an unprecedented way. In the exhibition selected works from the different creative periods of the Swiss are presented.

    André Evard, Kirschbaum, 1911  © messmer foundation

    In addition to sensitive Art Nouveau pictures and color-intensive landscape representations, which illustrate Evard’s engagement with the influences of the art scene of his time, symbolist still lifes are shown, which prove their pioneering position in abstract painting through their turn to the geometrization of space. Last but not least, his concrete-constructive works can also be seen.

     

     

    André Evard was a universal spirit. He has enriched the art of the avantgarde with his own ideas in almost 70 years. Without being committed to a style, he has pushed painting to its limits.

     

     

    André Evard (1876 – 1965)

    Born in 1876 in the Bernese Jura, André Evard is characterized throughout his life by the fact that he was a little bit ahead of his fellow artists. Already in 1908, he dealt with experimental techniques, such as the collage, which found its way into the art landscape only a few years later. He has learned together with great artists, such as Le Corbusier. In the 1920s, Evard oriented himself towars Paris, an artistic stronghold of the time and maintains ties to the European avantgarde. While most are inclined to Expressionism, Evard designs ornamental-looking, color-balanced concrete-constructive works. However, not only the Constructivism and Suprematism, but also the Dutch De Stijl movement and the Bauhaus were to be found into his art. He keeps in touch with Georges Braque, Robert Delaunay and Théo van Doesburg. In 1936, together with Max Bill, Richard Paul Lohse and Leo Leuppi, he exhibits „time problems of Swiss painting and sculpture“ in the Zurich exhibition. A year later, Evard joins as a tenth member in the artist group Allianz founded by Richard Paul Lohse and Leo Leuppi. In addition to Max Bill, Alberto Giacometti, Paul Klee and Hans Arp, this circle also includes Le Corbusier. Evard dies in 1972 at the age of 96 years in Le Locle, near his birthplace.

     

     

    February 2019
    Changes reserved

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    Preview 2019:

    Marilyn Monroe 

    21. September 2019 – 8. März 2020

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    10 ans kunsthalle messmer: une vie pour l’art 

    20 juin 2019 – 15 septembre 2019

    Á l’occasion du 10e anniversaire du kunsthalle messmer, une rétrospective présentera le cœur de la collection Messmer – le domaine de l’artiste André Evard d’une manière sans précédent. Dans l’exposition, des œuvres sélectionnées des différentes périodes de la création suisse sont présentées.

    André Evard, Kirschbaum, 1911  © messmer foundation

    Outre des images sensibles de l’Art nouveau et des représentations de paysages riches en couleurs, illustrant l’engagement d’Evard face aux influences de la scène artistique de son temps, des natures mortes symbolistes sont montrées, qui prouvent leur position de pionnier dans la peinture abstraite en se tournant vers la géométrie de l’espace. Dernier point mais non le moindre, ses travaux concrets constructifs sont également visibles.

     

     

    André Evard était un esprit universel. Il a enrichi l’art de L’avantgarde avec ses propres idées en près de 70 ans. Sans être attaché à un style, il a poussé la peinture à ses limites.  

     

     

     

    André Evard (1876 – 1965)

    Né en 1876 dans le Jura bernois, André Evard se caractérise tout au long de sa vie par le fait qu’il était un peu en avance sur ses collègues artistes. Déjà en 1908, il abordait des techniques expérimentales, telles que le collage, qui ne devait pénétrer dans le paysage artistique que des années plus tard. Il a appris aux côtés de grands artistes tels que Le Corbusier. Dans les années 1920, Evard s’oriente vers Paris, fief artistique de l’époque et maintient des liens avec l’avant-garde européenne. Bien que la plupart d’entre eux soient enclins à l’expressionnisme, Evard conçoit des œuvres constructives au look ornemental et aux couleurs équilibrées. Cependant, non seulement le constructivisme et le suprématisme, mais aussi le mouvement néerlandais De Stijl et le Bauhaus entrent dans son art. Il reste en contact avec Georges Braque, Robert Delaunay et Théo van Doesburg. En 1936, il expose avec Max Bill, Richard Paul Lohse et Leo Leuppi, les problèmes de temps de la peinture et de la sculpture suisses dans l’exposition de Zurich. Un an plus tard, Evard rejoint le groupe d’artistes Allianz, fondé par Richard Paul Lohse et Leo Leuppi, en tant que dixième membre. Outre Max Bill, Alberto Giacometti, Paul Klee et Hans Arp, ce cercle comprend également Le Corbusier. Evard décède en 1972 à l’âge de 96 ans à Le Locle, près de son lieu de naissance.

     

     

    février 2019
    Sujet à changement.

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    Vorschau 2019:

    Marilyn Monroe 

    21. September 2019 – 8. März 2020

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    100 jahre bauhaus

    max bill, jakob bill, david bill:
    drei generationen im vergleich

    23. februar 2019 – 14. juni 2019

    Mit Max, Jakob und David Bill kommen drei Generationen einer Künstlerfamilie in die kunsthalle messmer. Zu  Ehren des 100-jährigen Jubiläums des Bauhauses sind insgesamt ca. 90 Werke zu sehen, die trotz der selben Kunstrichtung, der sich die drei Künstler verschrieben haben, auf unterschiedliche Weise mit konkreter Kunst auseinandersetzen und jeweils einen individuellen Zugang dazu suchen und aufzeigen.

    Plakat zu der Ausstellung (c) messmer foundation

    Max Bill (1908 – 1994) stellt als einer der wichtigsten Vertreter der konkret-kontruktiven Kunst wissenschaftliche Paradigmen und mathematische Formeln in einen streng konstruierten, künstlerischen Zusammenhang. Die Lehren der Bauhausschule, an welcher er zwischen 1927 und 1928 studiert hat, sollten dabei seinen weiteren Schaffensweg bis auf weiteres prägen. In seinem Schaffen finden sich Elemente von Architektur, Design sowie bildender- und angewandter Kunst zu einem harmonischen Zusammenspiel vereint. 1951 gründet Max Bill gemeinsam mit Otl Aichinger und Inge Scholl die HfG Ulm, für welche er das Gebäude selber entwarf und als Gründungsrektor tätig war.
    Bills Sohn Jakob Bill (*1942) übernimmt den wissenschaftlich-theoretischen Zugang zur Kunst seines Vaters, hat jedoch völlig andere Wege in seinem Œuvre eingeschlagen und konzentriert sich voll und ganz auf die Malerei. Grundlage seiner Arbeiten bildet ein geometrisierter Formenkanon mit ätherisch anmutenden Farbverläufen, welcher kennzeichnend für dessen Schaffen ist.
    Der Enkel David Bill (*1976 – 2018) legt seinen Fokus auf die Auseinandersetzung mit Raum und Raumaufteilung. Flächen und Objekte werden in immer neuen Formvariablen zusammengefügt, getrennt und wieder neu zusammengesetzt. Mittelpunkt seiner Überlegungen ist dabei stets der Kubus. Die Farben schwarz und weiß betonen eben jenes Raumspiel und verleihen seinen Werken zusätzliche Dynamik.
    Neben dem Universalgenie Max Bill, stellt die kunsthalle messmer seinen Sohn Jakob Bill und Enkel David Bill aus und präsentiert damit eine generationsübergreifende Entwicklung künstlerischen Schaffens.

    Bauhaus
    Das Bauhaus wird 1919 von Walter Gropius in Weimar eröffnet. Die Gestaltungsschule wird zur einflussreichsten ihrer Zeit. 1925 siedelt das Bauhaus nach Dessau und später nach Berlin, wo es durch die Nationalsozialisten zur Schließung kommt. Das Bauhaus sollte der Ästhetisierung des Alltags dienen und Geichberechtigung zwischen Kunst, Architektur, Design und Handwerk schaffen. Zwar wurde „Bauhaus“ von jeder Generation neu angeeignet, dennoch ist das Wort „Bauhausstil“ zu einem feststehenden Begriff in der Architektur, Malerei und im Design geworden. Typisch für das Bauhaus ist die Verwendung von Grundformen, wie etwa Quadrat, Dreieck, Kreis sowie die Grundfarben Rot, Gelb, Blau, ebenso wie Stahlrohrmöbel und weiße Würfel-Architektur. Funktionalismus ist der Leitgedanke hinter Bauhaus: form follows function. 


    David Bill: 4 jahreszeiten, 30 x 3 x 30 cm, Stahlblech und Lackfarbe, 2017. © messmer foundation

    Klicken Sie hier um die Eröffnungsrede von Frau Dr. Antje Lechleiter zu lesen. 

    Klicken Sie hier um die Eröffnungsrede von Landrat Hanno Hurth zu lesen. 

    Riegler Künstlertage

    Wie immer am ersten Juliwochenende, so öffnen auch in diesem Jahr wieder viele Riegeler Künstler ihre Ateliers der kunstinteressierten Öffentlichkeit. Das entspannte und lockere Wochenende der offenen Ateliers, das sich inzwischen auch im weiter entfernten Umland und benachbarten Ausland eines wachsenden Freundeskreises erfreut, findet nunmehr zum elften Mal statt und fällt 2019 auf den 6. und 7. Mai. Die Veranstaltung wird am Freitagabend, dem 5. Juli um 19 Uhr im Bürgerhaus Alte Schule mit einer Vernissage eröffnet. Für die musikalische Umrahmung sorgt „Brasst schu“.

    Danach sind die Besucher herzlich eingeladen, sich einer Führung durch alle teilnehmenden Ateliers anzuschließen. Norman Hothum wird dabei seine Künstlerkollegen und deren „Spezialitäten“ kurz vorstellen, so daß sich alle Kunstinteressierten schon einmal einen Überblick verschaffen können.

    Am Samstag und Sonntag (6./7. Juli) können die Besucher dann ganz nach Herzenslust durch die einzelnen Ateliers streifen und sich Zeit für die Kunst und die Begegnung mit den Künstlern nehmen. Der Bogen des Angebots spannt sich dabei von Buchillustrationen und Kalligraphie über Malerei, Collagen, Miniaturenmalerei, Druckgraphik, Hinterglasmalerei, Comicillustrationen, Bildhauerei, Fotographie bis hin zu Keramikkunst. Zusätzliches Highlight sind in diesem Jahr die beeindruckenden Arbeiten der eigens aus der Schweiz angereisten Künstler Reimund Auth, Joachim Mierisch und Markus Lüdi. Die Riegeler Künstler laden Sie ganz herzlich in ihre Ateliers und Ausstellungsräume ein und freuen sich darauf, Ihnen einen Querschnitt ihres Schaffens vorzustellen zu dürfen.

    Auf bald, bei den Künstlertagen!

    Vernissage: Freitag 5. Juli 2019, 19 Uhr, Bürgerhaus in Riegel

    Öffnungszeiten der Ateliers:  Sa. u. So. 11 – 19 Uhr

    Weitere Informationen sowie eine Liste der teilnehmenden Künstler finden Sie auf: www.kunst-in-riegel.de

    Eröffnungsrede von Landrat Hanno Hurth

    5. Internationaler André Evard-Preis am 17.02.2019, 11:00 Uhr, Kunsthalle Messmer

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    Sehr geehrter Herr Messmer,

    meine sehr geehrte Damen und Herren,

    „Provinz hört dort auf, wo Qualität anfängt“ – so hat es eine überregionale Zeitschrift einmal formuliert. Wir leben in unserer Raumschaft nicht in einer Metropole, aber unsere Landschaft am Oberrhein und speziell auch der Land­kreis Emmendingen hat ein reich­haltiges und vielfältiges Kulturleben. Die Palette reicht von hervorragenden Musi­kern über Kleinkunstbühnen bis zu meh­rtägigen Musikfestivals mit internationa­len Stars.  Besonders lebendig ist die Kunstszene. So gibt es, allein was die bildende Kunst betrifft, Galerien in Bahlingen, Denzlin­gen, Emmendingen und Waldkirch –  Galerien, die vor allem die Werke von Künstlern aus der Region ausstellen.

    Seit mehr als zehn Jahren haben wir nun mit der Messmer Foundation hier in Riegel einen künstlerischen Anziehungs­punkt, der in besonderer Weise heraus­ragt. Politiker sprechen dabei gerne von einem sogenannten Leucht­turm. Das Bild passt sicherlich nicht in unsere Land­schaft, aber es steht fest: Die Messmer Foundation findet durch ihre hervorra­gen­de Arbeit international Beach­tung. Sie bringt Kunst aus der ganzen Welt in den Landkreis und sie zieht Ausstel­lungs­besucher aus der ge­samten Region an, auch aus Frank­reich und der Schweiz und weit darüber hinaus. Dabei finde ich es immer wieder bemerkens­wert: Diese Kunsthalle ist kein staatli­ches Museum mit großem Verwal­tungs­apparat und eigenem Haushalt; nein, es ist eine von einer Privatperson geschaf­fe­ne und finanzierte Einrich­tung. Ein Museum, das den Besuch von qualitativ hochstehen­den Ausstellungen und Begegnungen mit Künstlern von Welt­rang ermöglicht.

    Die Messmer Foundation hat sich mit ihrer Sammlungstätigkeit und der Aus­schreibung eines Kunstpreises des Erbes des Schweizer Malers André Evard ange­nommen. Dieser Künstler gehörte zu den Vorreitern der (Schweizer) konstruktiv-geometrischen Malerei. Die Messmer Foundation fördert und ermuntert Künst­ler in der ganzen Welt, die konstruktiv-konkrete Kunst mit dem Wissen, den Seh­erfahrungen und den medialen Mög­lich­keiten unserer Zeit weiterzuent­wi­ckeln.

    Als der große englische Maler David Hockney einmal gefragt wurde, welche Fähig­keiten ein Künstler zum Malen braucht, zitierte er ein chinesisches Sprich­wort: „Man braucht das Auge, die Hand und das Herz, zwei davon reichen nicht.“ In Bezug auf die konkret-konstruk­­tive Kunst könnte man hinzufü­gen: ein äußerst präzises Auge, eine ruhige Hand und einen scharfen, einen mathema­tischen Verstand.

    Diese heutige Ausstellung fächert eine große Bandbreite unterschiedlichs­ter Werke auf und präsentiert diese auf gelungene Weise. Ein Besucher, der sich aus allgemeinem Kunstinteresse in die Ausstellung begibt und vielleicht nicht präzise weiß, was unter dem Begriff konkret-konstruktive Kunst zu verstehen ist, dieser Besucher wird nach einer Runde durch die Aus­stellung eine sehr plastische Vorstellung davon haben, mit welchen Phänomenen, For­men und Materialien sich diese Kunst­gattung auseinandersetzt. Die Kunstwer­ke reichen von vordergrün­dig einfachen geometrischen Konstruk­tionen bis hin zu komplexen dreidimen­sio­­nalen Objekten. Sie gewinnen ihre Faszination – manch­mal auch Irritation – aus der Kombination von rhythmischem Spiel mit Formen, Far­ben und Materialien einer­seits und der mathe­matischen Stren­ge ihrer Komposi­tion und Ausfüh­rung andererseits.

    Als Landrat freue mich über jede Initiati­ve, die den Landkreis Emmendingen um einen kreativen, kulturellen Impuls be­reichert. Ganz besonders freue ich mich, dass die Kunsthalle in Riegel durch ihre außergewöhnliche Arbeit eine internatio­nale Anzie­hungskraft entwickelt hat.

    Sehr geehrter Herr Messmer,

    Sie habe es mit der 5. Internationalen Ausschreibung des André Evard-Preises ein weiteres Mal geschafft, die Werke vieler Künstler aus unterschiedlichen Ländern zu vereinen. Mit Ihrer Galerie bieten Sie den Kunstschaffenden die Möglichkeit, ihre Arbeiten angemes­sen zu präsentieren und den Kunst­interessier­ten und Kunst­liebha­bern zugänglich zu machen. Den Preis­trägern geben Sie durch ein groß­zügiges Preisgeld die Gelegenheit, sich für einen gewissen Zeitraum ganz ihrer Kunst zu widmen. Für Ihr Enga­gement danke ich Ihnen, den Damen und Herren der Jury und allen, die sich für diese Ausstellung engagiert haben, sehr herzlich. Die Kunstrich­tung des Konstruktivismus hat eine weltweite Anhängerschaft. Das lässt sich auch daran ermessen, dass sich für den 5. André Evard-Preis über 600 Künstler aus 45 Ländern beworben haben. Einige von ihnen sind heute hier. Sie, die Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und vielen anderen Ländern möchte ich heute in besonderer Weise begrüßen. Genießen Sie Ihren Besuch in unserer Region mit ihrer bezaubernden Landschaft, dem vorzüglichen Essen und allem anderen, was wir zu bieten haben.

    „Kunst ist nicht das Brot, aber der Wein des Lebens“ – so hat es der Schriftsteller Jean Paul einmal ausgedrückt. In diesem Sinne wünsche ich uns und allen zukünf­tigen Besuchern Genuss, Inspira­tion und Freude an den Exponaten dieser Kunst­schau.

    Eröffnungsrede Frau Dr. Antje Lechleiter

    Max, Jakob und David Bill – drei Generationen im Vergleich. Kunsthalle Messmer, Riegel. Eröffnung: Freitag, 22. Februar 2019. Einführung: Dr. Antje Lechleiter©, Freiburg

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    Sehr geehrte Damen und Herren

    in dieser Ausstellung kommen mit Max Bill, Jakob Bill und David Bill drei Generationen zu Wort, die sich auf jeweils eigenständige Weise dem unendlichen Reichtum und der Vielfalt der konkreten Kunst verschrieben haben. Nicht ohne Grund datiert das früheste, ausgestellte Werk Max Bills auf 1941, denn nur wenige Monate später erblickte sein Sohn Jakob das Licht der Welt. Die Ausstellung gibt uns die Möglichkeit, gemeinsame Bezugspunkte und unterschiedliche Herangehensweisen zu erkennen, und in dieses Beziehungsgeflecht werden wir gleich zu Beginn des Rundganges eingeführt. Hier geht es bei allen drei Positionen um das Quadrat, das mit den unbunten Farben Schwarz und Weiß verbunden wird. Alles was wir hier im vergleichenden Sehen über das Werk der einzelnen Künstler herausfinden, wird sich beim Weg durch die Ausstellung weiter bestätigen. Den Schlusspunkt setzt dann David Bill, der das Thema „Schwarz-Weiß im Quadrat“ mit mehreren eindrucksvollen Werken nochmals akzentuiert.

    Max Bill, der 1908 in Winterthur geboren wurde und 1994 in Berlin verstarb war Architekt, Maler, Designer, Grafiker und Bildhauer, er kuratierte Ausstellungen und publizierte kunsttheoretische Schriften über die konkrete Kunst. Bill absolvierte zunächst eine Lehre als Silberschmied an der Kunstgewerbeschule in Zürich und begann im Frühjahr 1927 ein Studium am Bauhaus, das zwei Jahre zuvor von Weimar nach Dessau gezogen war. Er studierte dort bei Josef Albers, László Moholy-Nagy, Paul Klee und Wassily Kandinsky. Am Bauhaus wurde die Grundlage für sein eigenes künstlerisches Werk gelegt und darin wurde die Bezeichnung „konkret“ zum zentralen Begriff. Mit „konkrete gestaltung“ betitelte er einen Artikel, der 1936 anlässlich der Zürcher Ausstellung „Zeitprobleme in der Schweizer Malerei und Plastik“ erschien und die hier formulierten Prinzipien markieren die Geburtsstunde der konkreten Kunst in der Schweiz. Bill muss ein sehr guter Pädagoge gewesen sein, denn ich kenne keine Beschreibung, die den Unterschied zwischen konkreter und abstrakter Kunst so anschaulich macht, wie sein Beispiel eines Grenzfalles der Malerei. 1947 schreibt er in einem Katalogtext:

    “ Auf einer weißen Leinwand befindet sich ein roter Punkt. Dieser kann auf zwei Arten entstanden sein: erstens kann es ein Sonnenaufgang im Nebel sein und ist somit als Abstraktion anzusehen oder es kann, zweitens, ein roter Punkt sein, der einzig durch sein Verhältnis zur Fläche eine künstlerische Realität ausdrückt; in diesem zweiten Fall handelt es sich um die Konkretion eines abstrakten Gedankens, also um konkrete Kunst“.

    Von 1951-56 war Bill Rektor der neu gegründeten Hochschule für Gestaltung in Ulm, von ihm stammt die Architektur des campusartigen Komplexes mit Unterrichtsräumen, Werkstätten und sozialen Einrichtungen. Bill hat an der HfG die Bauhaus-Idee konsequent zu Ende gedacht, ohne allerdings die Notwendigkeiten der Nachkriegszeit außer Acht zu lassen. Für ihn war die angemessene Formgebung eines Hockers, einer Uhr oder einer Schreibmaschine eine ebenso wichtige Aufgabe, wie die Gestaltung eines Bildes oder einer Plastik. Sein Schaffen basierte auf der Faszination für Zahlen, der Goldene Schnitt oder die Fibonacci Zahlenfolge kommen oftmals zum Einsatz und so ist bei ihm alles in sich stimmig und präzise berechnet. Der ästhetische Reiz seiner Werke beruht also auf der Harmonie exakt kalkulierter Form-Farb-Verhältnisse. Wichtig war ihm war die Nachvollziehbarkeit dieser Methoden durch den Betrachter. Jener sollte das Ordnungsprinzip hinter den Kompositionen erkennen und jenes in seine Bildwahrnehmung einbeziehen. Bill forderte den denkenden Betrachter und wollte „Bilder für den geistigen Gebrauch“ schaffen. Die Lesbarkeit seiner Bilder wird oftmals durch beschreibende Titel angestoßen. Bei den grafischen Reihen verfasste Bill auch erklärende Texte, welche die einzelnen Entwicklungsschritte verdeutlichen.

    Das Quadrat wurde ab der Mitte der 1940er Jahre zu einem zentralen Thema. Zur Dynamisierung stellt es Bill auch über Eck und beruhigt die Komposition mitunter durch eine ruhige Mitte, so wie es in der Ausstellung bei „eingeschlossener kern“, 1972-74 und „wegnehmen und zufügen“, 1975 der Fall ist. Doch Bill ging es nicht nur um die harmonische Ausgewogenheit von Formen, sondern auch um die Farbe. Er untersuchte ihre Wirkung hinsichtlich ihrer Leuchtkraft, ihres Einflusses auf benachbarte Farben und vor allem ihrer Gewichtung. Das „Quantum“, also die Farbmengengleichheit war ihm ein wichtiges Thema, wie Sie in der Ausstellung beispielsweise bei dem Bild „gleiche farbquanten zu schwarz/weiss“ von 1977 beobachten können.

    Blicken wir nun zu den Werken von Jakob Bill, der 1942 als Sohn von Binia und Max Bill in Zürich geboren wurde. Im 1932/33 von Max Bill gebauten Atelierhaus in Zürich-Höngg kamen Künstler, Architekten und Schriftsteller zusammen und so war die Kunst natürlich von je her ein selbstverständlicher Teil seines Lebens. Jakob Bill studierte Urgeschichte, klassische Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Zürich und es folgte eine Laufbahn als Wissenschaftler. Parallel dazu beteiligt er sich seit den frühen 1960er Jahren an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen, er ist als Publizist und Ausstellungsmacher tätig und seit 1996 Präsident der max, binia + jakob bill stiftung. An den heute ausgestellten Werken sieht man sehr gut, dass Jakob Bill seine Herkunft und damit das Erbe seines Vaters nicht verleugnen will, doch er hat zu einer eigenständigen und unverwechselbaren Handschrift gefunden.

    Ganz im Unterschied zu Max Bill verzichtet Jakob Bill auf erklärende oder beschreibende Bildtitel. Er signiert seine Werke mit der Jahreszahl und einer fortlaufenden Nummer. Überdies arbeitet er mit kontinuierlichen Farbverläufen, die auch die menschliche Wahrnehmung thematisieren. So entsteht in seinen Arbeiten der Eindruck von Tiefenräumlichkeit, die zweite Dimension wird scheinbar verlassen. Schon in den sechziger Jahren arbeitete Jakob Bill mit einer umfangreichen Palette von kräftigen, intensiven Farben sowie mit zarten Pastelltönen. Wenn Sie auf die Abbildungen Ihre Einladungskarte blicken, dann können Sie meine folgenden Ausführungen gut nachvollziehen: Hier sieht man nämlich, dass Max Bills Untersuchungen zur Farbe anhand von klar voneinander abgegrenzten Formen stattfinden. So sind seine Kompositionen aus eine klar zählbaren Menge von geometrischen Elementen zusammengesetzt, diese Teile sind in sich gleichmäßig, homogen, die Farbkontraste sind klar und stark. Jakob Bills chromatische Farbverläufe agieren dagegen innerhalb seiner Streifen, Quadrate oder Rechtecke und sie lassen die Begrenzung der Form verschwimmen. Wir können nicht mehr zwischen einem Bildvorder- und einem Bildhintergrund unterscheiden und tauchen in einen vibrierenden und schier endlosen Farbraum ein, der sich in alle Richtungen ausdehnt. Jakob Bill erweitert den Begriff eines Bildes also über das materiell Vorhandene hinaus. Dazu ein Zitat des Künstlers: „Seit mehreren Jahren fasziniert mich, wie das gemalte Bild lediglich einen Ausschnitt aus einem konkret erdachten Universum darstellt.“ Man kann diesen Gedanken auch gut an den mäanderartigen Formen nachverfolgen, deren Gestaltung sich bewusst auf einen Ausschnitt konzentriert, der vom Betrachter in den endlosen Raum hinein weitergedacht werden kann. Sie sehen, wieder ist der aktive Betrachter gefragt. Im Unterschied zum Vorgehen von Max Bill soll jener aber nicht über das mathematisch-logische System der Bildkomposition nachdenken. Jakob Bill fordert den Betrachter vielmehr dazu auf, selbst in diesen unendlichen Farbraum einzutreten, die Farben zu spüren, sie zu atmen und mit den Augen zu ertasten.

    Jakob Bill ist fasziniert von den Kombinationsmöglichkeiten von Farben und vergleicht jene mit einer Grammatik: Er sagt: „man kann deklinieren und konjugieren und jedes Mal gibt es eine andere Bedeutung, bzw. ein anderes Bild.“ Nun verstehen Sie auch, warum er auf erklärende Titel oder weiterführende Beschreibungen verzichtet, denn das innere System der Farben selbst, in seiner abstrakten Form, ist der Inhalt des Bildes.

    Ich komme nun zu David Bill, der als Sohn von Chantal und Jakob Bill 1976 in Zürich geboren wurde und leider im vergangenen Jahr im Alter von nur 42 Jahren verstorben ist.

    Zwischen den Werken von Vater und Sohn gibt es – mindestens – eine schöne Verbindung. Denn Jakob Bill beschränkt sich bei seinen in Öl auf Leinwand ausgeführten Farbverläufen auf ein Bildformat von bis zu 2 x 2 Metern. Größere Leinwände könnte er in der von ihm gewünschten, äußerst präzisen Ausführung nicht mehr selbst bewältigen. Doch er schätzt an seiner künstlerischen Tätigkeit nach wie vor das Handwerk, will seine Bilder daher selbst ausführen und nicht nur ein Konzept entwerfen, das dann von anderen realisiert wird. Ich denke, dieses Gefühl, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen, war auch David Bill wichtig. Sein Weg in die konkrete Kunst führte ihn jedoch nicht zur Malerei, sondern zum Stahl. Das war naheliegend, denn nach einer Lehre als Schmied verfügte er über die Fähigkeit, die Ausführung seiner Skulpturen mit höchster Präzision selbst vornehmen zu können. Schwarz und Weiß, Fläche und Volumen – David Bill fühlte sich von Gegensätzen magisch angezogen. Hier in der Ausstellung finden wir einen weißen Kubus, der auf einer seiner sechs Seiten ein schwarzes Feld aufweist. David Bill nannte das Objekt von 2010 „hommage à malevich“ und wies damit auf einen wichtigen geistigen Bezugspunkt hin, nämlich auf das 1913 geschaffene Bild „Schwarzes Quadrat“ von Kasimir Malewitch. Dieses Werk hat er weitergedacht und aus Malewitchs schwarzer Fläche einen schräg gestellten Raum entwickelt. Aus der Kombination der beiden, seine Kunst bestimmenden Prinzipien, also dem Ausgreifen in den Raum und der Einteilung in klare Kontraste, fand David Bill zu einer treffenden Bezeichnung: Er nannte seine Werke raumkontrastverhältnisse.

    Es ist faszinierend, was der Künstler mit seinen Kuben macht! Er zerlegt und verdreht sie, fügt sie – teilweise – durch ineinandergreifende Elemente wieder neu zusammen, alles öffnet sich und wächst in den Raum hinein. Die dabei entstehenden Außen- und Innenflächen werden durch den Kontrast von Schwarz und Weiß hervorgehoben, erst in den letzten Jahren trat, wie beispielsweise bei der Arbeit „4 Jahreszeiten“ von 2017 vereinzelt auch die Farbe hinzu. Einen wichtigen Anstoß dazu gab das Werk der 2013 verstorbenen Schweizer Künstlerin Nelly Rudin, mit der David Bill eng verbunden war.

    Es ist nicht immer einfach, den Bauplan zu begreifen, der seinen Objekten zugrunde liegt. Durch die Zerlegung und den starken Kontrast des unbunten Schwarz und Weiß wird die Betrachtung zunächst oftmals von Dreiecksformen dominiert. Den Kubus nimmt man als Grundelement erst auf den zweiten Blick wahr. Mitunter helfen allerdings auch hier die Werktitel. So etwa bei der Plastik diagonalrhythmus zweier kubenstrukturen von 2010. Bei intensiver Betrachtung springt die Gestaltung um und man erkennt, dass hier zwei Kuben – ein schwarzer und ein weißer – durch präzise auf die Hälfte gesetzte Teilungen ineinander geschoben wurden. Komplizierter wird die Verschiebung von Symmetrieachsen, die Teilung und Drehung der einzelnen Elemente bei der „Komposition zweier Kubenstrukturen in 9 Stufen“ von 2009, das Werk, das den Schlusspunkt der Ausstellung bildet. Doch auch hier zeigt sich, dass seine Werke immer nach klaren Regeln aufgebaut sind, wie bei dem pulsierenden Rhythmus eines Musikstückes gelangte der jüngste Bill dabei zu verschiedensten Varianten. Überdies hebelt der Künstler die klassische Vorstellung vom Bildbetrachter aus, der still und andächtig vor einem Kunstwerk zu verweilen habe. Um sich das Wesen seiner Skulpturen zu erschließen, muss sich der Betrachter bewegen und die verschiedenen Ansichten erkunden. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass Bill selbst keine Vorstudien oder Zeichnungen machte, diese Werke entstanden in seinem Kopf und er bezeichnete sein Vorgehen als ein „dreidimensionales Schachspiel“.

    Sehr geehrte Damen und Herren, wir sehen heute, dass die konkrete Kunst nach wie vor durch eine große Kraft besticht, zu überraschenden Ideen kommt und aktuelle Problemstellungen reflektiert. Während Max Bill noch zu den Gründungsvätern der konkreten Kunst zählte, zeigen die Werke von Jakob und David Bill, dass der konkreten Kunst der Übergang ins 21. Jahrhundert auf überzeugende Weise gelungen ist.

    100 jahre bauhaus

    max bill, jakob bill, david bill:
    drei generationen im vergleich

    23. februar 2019 – 14. juni 2019

    Mit Max, Jakob und David Bill kommen drei Generationen einer Künstlerfamilie in die kunsthalle messmer. Zu  Ehren des 100-jährigen Jubiläums des Bauhauses sind insgesamt ca. 90 Werke zu sehen, die trotz der selben Kunstrichtung, der sich die drei Künstler verschrieben haben, auf unterschiedliche Weise mit konkreter Kunst auseinandersetzen und jeweils einen individuellen Zugang dazu suchen und aufzeigen.


    Plakat zu der Ausstellung (c) messmer foundation

    Max Bill (1908 – 1994) stellt als einer der wichtigsten Vertreter der konkret-kontruktiven Kunst wissenschaftliche Paradigmen und mathematische Formeln in einen streng konstruierten, künstlerischen Zusammenhang. Die Lehren der Bauhausschule, an welcher er zwischen 1927 und 1928 studiert hat, sollten dabei seinen weiteren Schaffensweg bis auf weiteres prägen. In seinem Schaffen finden sich Elemente von Architektur, Design sowie bildender- und angewandter Kunst zu einem harmonischen Zusammenspiel vereint. 1951 gründet Max Bill gemeinsam mit Otl Aichinger und Inge Scholl die HfG Ulm, für welche er das Gebäude selber entwarf und als Gründungsrektor tätig war.
    Bills Sohn Jakob Bill (*1942) übernimmt den wissenschaftlich-theoretischen Zugang zur Kunst seines Vaters, hat jedoch völlig andere Wege in seinem Œuvre eingeschlagen und konzentriert sich voll und ganz auf die Malerei. Grundlage seiner Arbeiten bildet ein geometrisierter Formenkanon mit ätherisch anmutenden Farbverläufen, welcher kennzeichnend für dessen Schaffen ist.
    Der Enkel David Bill (*1976 – 2018) legt seinen Fokus auf die Auseinandersetzung mit Raum und Raumaufteilung. Flächen und Objekte werden in immer neuen Formvariablen zusammengefügt, getrennt und wieder neu zusammengesetzt. Mittelpunkt seiner Überlegungen ist dabei stets der Kubus. Die Farben schwarz und weiß betonen eben jenes Raumspiel und verleihen seinen Werken zusätzliche Dynamik.
    Neben dem Universalgenie Max Bill, stellt die kunsthalle messmer seinen Sohn Jakob Bill und Enkel David Bill aus und präsentiert damit eine generationsübergreifende Entwicklung künstlerischen Schaffens.


    David Bill: 4 jahreszeiten, 30 x 3 x 30 cm, Stahlblech und Lackfarbe, 2017. © messmer foundation

    Bauhaus
    Das Bauhaus wird 1919 von Walter Gropius in Weimar eröffnet. Die Gestaltungsschule wird zur einflussreichsten ihrer Zeit. 1925 siedelt das Bauhaus nach Dessau und später nach Berlin, wo es durch die Nationalsozialisten zur Schließung kommt. Das Bauhaus sollte der Ästhetisierung des Alltags dienen und Geichberechtigung zwischen Kunst, Architektur, Design und Handwerk schaffen. Zwar wurde „Bauhaus“ von jeder Generation neu angeeignet, dennoch ist das Wort „Bauhausstil“ zu einem feststehenden Begriff in der Architektur, Malerei und im Design geworden. Typisch für das Bauhaus ist die Verwendung von Grundformen, wie etwa Quadrat, Dreieck, Kreis sowie die Grundfarben Rot, Gelb, Blau, ebenso wie Stahlrorhmöbel und weiße Würfel-Architektur. Funktionalismus ist der Leitgedanke hinter Bauhaus: form follows function. 

    Besucher Informationen
    Öffnungszeiten Di – So, 10 – 17 Uhr
    Eintritt 12,50 €, Ermäßigt 10.50€ | Freier Eintritt mit Museumspass
    Führungen Sonntags 14:30 uhr – 5 € zzgl. Eintritt /
    Zweiter Mittwoch im Monat 17:00 Uhr – kostenfrei im Rahmen des Eintritts /
    Privatgruppen nach Voranmeldung ab 90 € zzgl. Eintritt

    Februar 2019
    Änderungen vorbehalten.

    www.kunsthallemessmer.de
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