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[:de]Glattfelder, Hans Jörg[:]

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Der konstruktivistische Maler und Autor Hans Jörg Glattfelder wurde anfänglich durch die “Züricher Konkreten“ beeinflusst, später fand er einen selbstständigen Weg in der Kunst. In den späten 60-er Jahren untersuchte er die Machbarkeit von Kunst mit anonymen, industriellen Produktionsmethoden (Pyramidenreliefs), in den 70-er Jahren verwendete er die Problematik der „nicht-euklidischen Geometrie“ zur Erzeugung von konkreten Kunstwerken. Er war der erste Künstler, der versuchte die komplexen Raumvorstellungen der Physik auf die konstruktive Kunst zu übertragen. In seinen Werken entsteht somit ein neuer Dialog zwischen Wissenschaft und bildender Kunst. Um seine Kunstwerke von naturwissenschaftlich-mathematischen Modellen abzugrenzen, bezeichnet er diese als „nicht-euklidische Metaphern“. In zahlreichen Artikeln, Interviews und Symposiumsbeiträgen setzt sich Glattfelder für die Präsenz einer rational sich konstituierenden Kunst ein („Meta-Rationalismus“, 1983), und fordert zu einer interdisziplinären Kommunikation zwischen den zahlreichen Konstruktivismen in Wissenschaft und Kunst auf („methodischer Konstruktivismus“).

geb. 1939 in Zürich
1961 Projekt für Entwicklungshilfe in Sizilien, Studienaufenthalt in Rom
1963 Niederlassung in Florenz
1966 erste Einzelausstellung in Mailand in der Galerie von Fiamma Vigo
1970 Übersiedlung nach Mailand
Ab 1977 entstand  die Werkreihe der „nicht-euklidischen Metaphern“, eine Auseinandersetzung mit komplexen räumlichen Vorstellungen
1977 lernt er bei R. P. Lohse den Philosophen H.H. Holz kennen, welcher ihn auf die gesellschaftliche Relevanz der konstruktiven Kunst hinweist
1982 veröffentlicht Text gegen den Kult des Irrationalismus mit seiner Position als „Meta-Rationalist“
1987 Camille-Graeser-Preis 1990 Atelier in New York als Stipendiat der Stadt Zürich
1992 Retrospektive im Josef Albers Museum in Bottrop
1998 Übersiedelung nach Paris, wo Glattfelder auch heute noch lebt

Hans Jörg Glattfelder

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